Lehrer zeigt Schülern Mord-Video des ‚Porno-Killers‘

In Montréal ist ein Lehrer suspendiert worden, weil er seinen Schülern jenes Video vorgespielt hat, in dem der als „Porno-Killer“ bekannte Luka Magnotta einen 33-jährigen Studenten tötet, zerstückelt und sich mit dessen Körperteilen befriedigt.

Das teilte die zuständige Schulbehörde gestern mit. Die Schüler der 10. Schulstufe sahen das Video am 4. Juni im Unterricht – dem Tag, an dem Magnotta, der auch als schwuler Escort und Pornodarsteller arbeitete, in einem Berliner Internet-Café festgenommen wurde.

„Am Anfang jeden Tages reden Geschichtelehrer der Schule über Aktuelles, was in Montréal passiert ist, und das ist an diesem Tag passiert – deshalb wollte er darüber reden, und die Kinder haben gesagt, sie wollen es sehen, also hat er eigentlich nur das gemacht, was die Kids tun wollten“, erzählt die Schülerin Carole-Anne Bouchard-Giroux dem kanadischen Fernsehsender CTV.

Einer der stellvertretenden Schuldirektoren der Cavelier-DeLaSalle Highschool sieht das aber anders: Als er ein Gespräch von zwei Schülern mithörte, klingelten bei ihm die Alarmglocken. Er sprach mit einigen Schülern und suspendierte den 29-jährigen Lehrer gegen Mittag.

Etwa 20 Studenten hatten das Video gesehen, mindestens sechs von ihnen haben die Hilfe eines psychologischen Krisen-Dienstes in Anspruch genommen, erklärt der Vertreter der Behörde, Jean-Michel Nahas.

Der Lehrer hat sich mittlerweile schriftlich für den Vorfall entschuldigt.

Die Polizei von Montréal hat unterdessen bestätigt, dass es sich auch bei den Körperteilen, die Anfang Juni an Volksschulen in Vanvouver geschickt wurden, um die von Lin Jun handelt. Die Körperteile des gebürtigen Chinesen, der mit Magnotta eine Beziehung gehabt haben dürfte, wurden im forensischen Labor von Quebec untersucht.

Magnotta selbst wartet unterdessen weiter in Berlin auf seine Auslieferung nach Kanada. Das zuständige Kammergericht habe die vorläufige Auslieferungshaft angeordnet und einen entsprechenden Haftbefehl erlassen, teilte Gerichtssprecher Tobias Kaehne mit. Wann der 29-Jährige zurück nach Kanada muss, steht noch nicht fest.