Freitag, 23. Februar 2024
HomeCSD & ParadenVienna PrideRegenbogenparade und Pride Village: Rekord-Veranstaltungen

Regenbogenparade und Pride Village: Rekord-Veranstaltungen

Meistgelesen

Neu auf GGG.at

Wien ist Regenbogenhauptstadt – das hat sich letzte Woche eindrucksvoll bewiesen und fand am Wochenende einen fulminanten Höhepunkt: Mehr als 150.000 Menschen nahmen an der 17. Regenbogenparade teil, und auch das Pride Village am Rathausplatz war jeden Abend gut gefüllt.

Damit war es die erfolgreichste Regenbogenparade, die Österreich bis dato je gesehen hat: 46 Gruppen, auch das ein neuer Rekord, zogen erstmals über den gesamten Ring – mehr als 5 Kilometer. „Das war eine der bestbesuchten Paraden überhaupt. Wir hatten Probleme voranzukommen, weil so viele Menschen auf der Straße waren“, freut sich Christian Högl, Obmann der HOSI Wien, die die Parade organisiert.

Zählt man die Teilnehmer des „Pride Village“ hinzu, das in den Tagen vor der Parade auf dem Rathausplatz aufgebaut war, haben insgesamt 200.000 Menschen diese schwul-lesbische Aktionswoche gefeiert.

- Werbung -

Bei über 30 Grad im spärlichen Schatten wurde getanzt, gefeiert – und demonstriert. Denn die Regenbogenparade ist nicht nur organisatorisch eine politische Demonstration. Das zeigten auch einige der Gruppen: Auf der einen Seite waren politische Parteien wie Grüne und Sozialdemokraten mit eigenen Trucks vertreten, auf der anderen Seite marschierten auch Minderheiten innerhalb der schwul-lesbischen Community wie Migranten, Orientalen und Juden stolz mit.

Eine Teilnehmerin brachte es auf den Punkt: Sie trug ein Schild mit der Aufschrift „This is still a Demo“. Auch Plakate mit Forderungen wie „Andersrum ist nicht verkehrt“ oder „Freie Wahl des Geschlechts ohne Diskriminierung und Diffamierung“ machten den politischen Anspruch der Parade klar.

Besonders auffällig: Die Zahl der schwul-lesbischen Firmengruppen, die bei der Parade mitmachen, steigt von Jahr zu Jahr. War es vor zwei Jahren nur eine Abordnung von IBM, marschierten dieses Jahr auch die Regenbogengruppen von Bank Austria und ÖBB mit.

Angeführt wurde die Parade dieses Jahr nicht nur traditionell von den Dykes on Bikes, sondern auch von zwei Party-Straßenbahnen, die links und rechts den Zug säumten – eine Premiere, die zeigt, dass auch die Wiener Linien die Regenbogenparade aktiv unterstützen.

Für einen Stau am Schwarzenbergplatz sorgte ein kleines Grüppchen radikaler Christen, die bei der Staatsoper eine Demonstration abhielten. Aus Sicherheitsgründen wollte die Polizei die 150.000 Personen starke Regenbogenparade erst dann an der Oper vorbeiziehen lassen, wenn die etwa 20 Teilnehmer ihre Demonstration aufgelöst hatten.

Bei der „Pride Show“, der Abschlusskundgebung am Rathausplatz, unterstrich auch die für Antidiskriminierung zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger: „Diese Parade ist nicht nur ein Fest, sondern auch ein politisches Statement gegen Ausgrenzung, gegen Diskriminierung und für Akzeptanz und Solidarität“, so die SPÖ-Politikerin.

Auch Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek von der SPÖ betonte, ihr Engagement für Lesben und Schwule unbeirrt fortzusetzen, zum Beispiel, wenn es um Adoption und künstliche Befruchtung für Lesben geht: „Wir brauchen ganz einfach mehr Regenbogenfamilien in diesem Land“, macht sie klar.

Und die Wiener Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou von den Grünen gab sich zuversichtlich, dass auch die Ehe in den nächsten Jahren für Lesben und Schwule geöffnet werden wird.

Ob die Regenbogenparade auch im nächsten Jahr um den ganzen Ring gehen wird und zuvor ein Pride Village am Rathausplatz stattfindet, steht noch nicht fest. Der große Erfolg der diesjährigen Veranstaltungen dürfte der zuständigen Stadt Wien die Entscheidung aber leicht machen.

Links zum Thema