Griechisches Fernsehen zensiert schwulen Kuss

In Griechenland sorgt ein schwuler Kuss für Aufregung außerhalb der Finanzkrise: Der staatliche Fernsehsender NET hat eine Szene aus der britischen Serie „Downtown Abbey“ zensiert, in der sich zwei Männer küssen. Der Sender rechtfertigt sich mit Jugendschutzgründen, die Linke wittert einen Anschlag auf die Meinungsfreiheit.

Es war Montag, 22.05 Uhr, als im griechischen Fernsehen die erste Staffel der britischen Kostümserie begann. Doch Fans der Serie waren irritiert: Eine entscheidende Szene fehlte. Dort küsst ein Diener seinen Herzog, mit dem er eine Affäre hat. In sozialen Netzwerken machte sich Protest breit.

Der Sender NET versuchte zu beruhigen: Der Kuss musste herausgeschnitten werden, um die Jugendschutzbedingungen zu erfüllen. Bei der Nachtwiederholung sei der Kuss zu sehen, betonte ein Sprecher.

Doch die radikale linke Partei Syriza witterte einen „klaren Fall von Zensur und einen extremen Akt von Homophobie und Diskriminierung“.

„Downtown Abbey“ wurde von ITV produziert und läuft in Großbritannien derzeit in der dritten Staffel. Die Serie gilt als eine der erfolgreichsten britischen Produktionen der letzten Zeit: 2011 wurde sie elfmal für den Emmy nominiert, 2012 sechzehnmal. Insgesamt holte die Serie sechs Emmys, allein zwei davon gingen an Maggie Smith als beste Nebendarstellerin. In Österreich ist „Downtown Abbey“ ab November auf ATV zu sehen.