Homo-Paare feiern im US-Bundesstaat Washington Hochzeit

Im US-Bundesstaat Washington stürmen schwule und lesbische Paare die Standesämter: Nach einem Referendum Anfang November dürfen sie seit Sonntag heiraten.

Allein im Rathaus von Seattle haben sich am ersten Tag etwa 150 gleichgeschlechtliche Paare trauen lassen. Und das war erst der Anfang: Wie die „Seattle Times“ berichtet, haben rund 800 homosexuelle Paare eine Ehelizenz beantragt.

Und während sich gleichgeschlechtliche Paare im Rathaus von Seattle das Ja-Wort gaben, feierten vor dem Gebäude Lesben und Schwule ihre neuerworbenen Rechte.

Das Parlament hat die Homoehe bereits im Februar beschlossen, Gegner der Ehe-Öffnung erzwangen allerdings ein Referendum zu dem Thema. Und zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten entschied sich das Volk für gleiche Rechte.

Eine endgültige Klärung der Frage, ob gleichgeschlechtliche Ehen in den Vereinigten Staaten zulässig sind, hat der Oberste Gerichtshof der USA für das kommende Jahr angekündigt. Einerseits wollen die neun Richter entscheiden, ob „Proposition 8“ in Kalifornien verfassungsgemäß war. Gegner der Volksabstimmung, die die Homoehe in Kalifornien wieder untersagt hat, sind der Meinung, dass eine Mehrheit nicht über Grundrechte einer Minderheit entscheiden kann und die Abstimmung deshalb verfassungswidrig war.

Außerdem trifft der Supreme Court im nächsten Jahr eine Entscheidung über den „Defense of Marriage Act“ (DOMA). Er untersagt Bundesbehörden, Partnern in gleichgeschlechtlichen Ehen die gleichen Vorteile zu gewähren wie Partnern heterosexueller Ehen. Dazu gehören etwa gemeinsame Steuererklärungen und Krankenversicherungen.

Die mündlichen Verhandlungen werden im März erwartet, die Entscheidungen dann im Juni vor der Sommerpause des Höchstgerichts.

Mit der Freigabe im Bundesstaat Washington sind Homoehen in neun Bundesstaaten und der Bundeshauptstadt Washington erlaubt, 31 Staaten verbieten sie.