Homo-Hetzender Pfarrer Tropper wird in Pension geschickt

Der südsteirische Pfarrer Karl Tropper, der vor allem durch verhetzende Aussagen gegenüber Homosexuellen und dem Islam aufgefallen ist, geht in Pension. Sein Nachfolger in der Pfarre St. Veit am Vogau gilt als modern und liberal.

Schwule Schuld an Hurrikan, Homosexualität ist heilbar

Die Entgleisungen von Tropper sind vielfältig. Nachdem der Hurrikan Katrina vor acht Jahren New Orleans verwüstet hat, behauptete er im Pfarrblatt seiner Gemeinde, dass dies die Strafe Gottes für das dortige Lesben- und Schwulenfestival sei.

Ein Jahr danach konnten seine Schäfchen im Pfarrblatt die zweiteilige Artikelserie „Wie aus einer Perversion eine Tugend wurde“ lesen, die „von pseudowissenschaftlichen Un- und Halbwahrheiten über Homosexualität nur so strotzt“, so Heinz Schubert von der Arbeitsgemeinschaft „Homosexualität und Glaube“ (HuG).

Im April 2012 schrieb Tropper im Pfarrblatt, Homosexualität sei „nach biologischer und psychologischer Erkenntnis“ eine heilbare Krankheit. Nicht einmal ein Jahr später zitierte Tropper im Pfarrblatt einen Hetzartikel des radikalkatholischen Portals „kreuz.net“ in seinem Pfarrblatt. „Homos stecken sich 18 mal leichter mit HIV an als Normale“, hieß es dort.

Österreichs Bischöfe für Pfarrer „Versager“

Kurze Zeit später schimpfte er auch auf seine Vorgesetzten: Bischöfe seien „Versager“, sagte er der „Kleinen Zeitung“ in einem Interview. Und bekräftigte, was er von Lesben und Schwulen hält: „Das sind doch Perverse. Wenn man das nicht mehr sagen darf, muss man als Pfarrer in Pension gehen“. Homosexualität sei „ein gewaltiges Unrecht. Und es ist pervers.“, bekräftigt er seine Aussagen. Entschuldigen werde er sich nicht, so Tropper weiter. Das war dann sogar der Diözese Graz-Seckau zuviel – sie belegte Tropper zu Ostern mit einem Predigtverbot. Weitere Konsequenzen gab es nicht.

Klage wegen Verhetzung blieb erfolglos

Die Rosalila PantherInnen (RLP), die älteste Lesben- und Schwuleninitiative der Steiermark, zeigte den Pfarrer sogar wegen Verhetzung bei der Staatsanwaltschaft Graz an: „Gegen Hassprediger muss vorgegangen werden, egal welcher Konfession sie angehören“, so der damalige RLP-Obmann Kurt Zernig. Vor einem weltlichen Gericht musste sich der Priester dabei nie verantworten.

Seine Gemeinde stand dabei immer hinter ihm. „Er ist der, der uns aufklärt und leider Gottes, unter Anführungszeichen, uns 20 von Jahren voraus ist und ein Visionär ist“, streute eine Kirchgängerin ihrem Hirten bei einem der aufgedeckten Fälle Rosen.

Diözese zieht Pfarr-Übergabe zwei Monate vor

Und auch die Diözese Graz-Seckau war nicht wirklich bemüht, den „Problemhirten“ loszuwerden. So erklärte Georg Plank, Sprecher von Bischof Kapellari, im April 2012, man habe „immer wieder Probleme mit dem an sich verdienstvollen Seelsorger“, wenn es um die Themen Islam oder Homosexualität gehe.

Einen Grund für Konsequenzen sah man aber nicht. Denn Pfarrer Tropper werde am 31. Oktober 2013 in den Ruhestand versetzt, und bis dahin habe er noch das 850-Jahr-Jubiläum der Pfarre vorzubereiten und zu zelebrieren. Man hoffe, dass der 75-Jährige sich bis zu seiner Pensionierung ruhig verhält – eine Hoffnung, die sich nicht erfüllt hat.

Doch nun muss der Hirte wirklich in den Ruhestand: Sein Nachfolger wird der 1970 geborene Pfarrer Robert Strohmaier. Er war zuletzt Pfarrer im Pfarrverband St. Magdalena /St. Johann in der Haide/Unterrohr und gilt als modern und liberal. So organisierte der Biker auch Motorradwallfahrten. Er tritt sein Amt am 1. September an – also zwei Monate, bevor Pfarrer Tropper ursprünglich in Pension gehen sollte.