Türkei verbietet Grindr

Die beliebte schwule Dating-App „Grindr“ ist in der Türkei gesperrt worden. Die User bekommen stattdessen eine Meldung mit einem Hinweis auf ein Gerichtsurteil zu sehen.

Die Sperre von „Grindr“ für türkische Handys soll demnach vom 26. August von einem Gericht in Istanbul angeordnet und von der Telekommunikationsbehörde umgesetzt worden sein. Über die Gründe der Sperre herrscht Unklarheit. „Vermutlich steht das in Bezug zu ‚allgemeiner Moral‘, ein vieldeutiger Begriff, der unter anderem gegen transsexuelle Sexarbeiter eingesetzt wird“, erklärt eine Anwältin der LGBT-Gruppe „Kaos GL“.

Für Ömer Akpinar von „Kaos GL“ ist die Zensur von „Grindr“ in der Türkei eine von mehreren Maßnahmen „in der Folge der Demonstrationen im Gezi-Park“. „Grindr zu zensieren ist nur der letzte Schritt in willkürlichen Einschränkungen der Freiheiten in der Türkei“, so der Aktivist. Akpinar berichtet, dass es in letzter Zeit vor allem bei Transsexuellen zu zahlreichen Razzien gekommen sei, die auch oft gewaltsam endeten.

Die Türkei ist nicht das einzige Land, das schwulen Männern mit „Grindr“ die Lust aufs Daten vermiest: Nach Angaben der Betreiber wird die App auch in China, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten gesperrt.