Papst fordert mehr Toleranz gegenüber Homosexuellen

Papst Franziskus fordert mehr Toleranz gegenüber Lesben und Schwulen. Im Mittelpunkt müsse „stets die Person und nicht die sexuelle Orientierung“ stehen. Die Ehe für homosexuelle Paare lehnt er trotzdem ab. Er klingt damit freundlicher als seine Vorgänger, in der Sache bleibt Franzuskus aber hart.

Der Papst erzählte, in seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires habe er Briefe von Lesben und Schwulen bekommen, die sich von der Kirche ausgestoßen gefühlt haben. Er sprach sich gegen eine moralische Verurteilung von Homosexuellen aus: Es dürfe keine „spirituelle Einmischung in das persönliche Leben geben“, so der Papst. Gott habe die Menschen in seiner Schöpfung „frei“ gemacht, so der Papst weiter.

Freundliche Worte, weiter hart in der Sache

In der Sache hat sich die Position der Kirche allerdings nicht geändert. Lediglich der Schwerpunkt solle nicht auf der Sexualmoral liegen: „Wir können uns nicht nur mit der Frage um die Abtreibung befassen, mit homosexuellen Ehen, mit den Verhütungsmethoden: Das geht nicht“, so der Papst weiter.

Seine Äußerungen während des Rückflugs vom Weltjugendtag in Rio de Janeiro seien im Einklang mit dem Weltkatechismus: Damals hatte Franziskus für Aufsehen gesorgt, dass er eine homosexuelle Person, die guten Willens sei und Gott suche, nicht verurteilen könne.

Das sechsstündige Interview wurde vom Chefredakteur der Zeitschrift des Ordens „Civilta Cattolica“, Pater Antonio Spadro, geführt und in mehreren Sprachen und Jesuitenzeitschriften zeitgleich veröffentlicht.