Australische Hauptstadt Canberra öffnet Ehe für Lesben und Schwule

Schon bald könnten Lesben und Schwule rund um die australische Hauptstadt Canberra den Bund fürs Leben eingehen. Das Australian Capital Territory (ACT) – der Bundesstaat, in dem die Hauptstadt liegt – hat die Ehe-Öffnung beschlossen.

Bei einer Abstimmung der gesetzgebenden Versammlung stimmten acht Abgeordnete für die Ehe-Öffnung, sieben dagegen. Lesben und Schwule könnten damit vermutlich noch im Laufe dieses Jahres im ACT heiraten.

Das Parlament des Bundesstaates ignoriert dabei auch Drohungen der australischen Regierung, das Gesetz als verfassungswidrig vor dem Obersten Gerichtshof anzufechten. Für Katy Gallagher, Chief Minister des ACT, ist der Beschluss des Gesetzes „ein wichtiger Tag in der Geschichte der gesetzgebenden Versammlung und der Geschichte des ACT. Zum ersten Mal haben gleichgeschlechtliche Paare in Australien die Möglichkeit, dass ihre Beziehungen als Ehe anerkannt und geschlossen werden.

Ein Institut im Bundesstaat Tasmanien hat dazu erst vor kurzem seine Rechtsmeinung veröffentlicht: Es gebe keine gesetzlichen Einschränkungen für australische Bundesstaaten, gleichgeschlechtlichen Paaren die Ehe zu öffnen, so das Tasmanian Law Reform Institute. Auf Bundesebene sind Ehen für schwule und lesbische Paare verboten.

In Australien fallen heterosexuelle Ehen erst seit 1961 in die Kompetenz der Zentralregierung. Zuvor waren – wie auch in den USA – die einzelnen Bundesstaaten selbst dafür zuständig. Für gleichgeschlechtliche Ehen wären sie das immer noch, so die Experten.

Neben dem ACT plant auch Tasmanien, die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. In zwei Wochen soll das Oberhaus des Bundesstaates darüber debattieren.