Auch EU-Kommissarin Reding boykottiert Olympia in Sotschi

Der Plan des russischen Präsidenten Wladimir Putin, sich mit dem Abhalten der Olympischen Winterspiele in Sotschi international feiern zu lassen, bröcklet. Nach dem deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck hat nun auch EU-Justizkommissarin Viviane Reding angekündigt, wegen der Menschenrechtslage in Russland nicht nach Sotschi zu fahren.

Auf Twitter schrieb die Spitzenpolitikerin aus Luxemburg gestern Abend Klartext: „Ich werde sicher nicht nach Sotschi gehen, solange Minderheiten so behandelt werden wie jetzt unter der gegenwärtigen russischen Regierung.“ Ihr Sprecher versuchte heute, die politische Botschaft des Tweets zu entschärfen. Es sei nicht Redings Absicht gewesen, eine politische Botschaft zu senden, viele ihrer Vorgänger hätten auch nicht an Winterspielen teilgenommen, heißt es aus der EU-Kommission.

Bereits am Wochenende hatte der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck angekündigt, nicht nach Sotschi zu fahren. Wie das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtet, sei auch hier die Menschenrechtssituation in Russland der Grund für die Absage. Von regimetreuen Abgeordneten der russischen Duma erntet Gauck dafür wie erwartet Schelte. „Gauck will persönlichen politischen Nutzen, handelt aber gegen Deutschlands Interessen, weil er die Beziehungen zu Russland beschädigt“, warnt Robert Schlegel von der Putin-Partei „Einiges Russland“.

Die HOSI Wien hat in diesem Zusammenhang auch den österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer aufgefordert. die Olympischen Spiele in Sotschi zu boykottieren. „Wir würden es großartig finden, wenn er dem Schritt Joachim Gaucks folgte“, so Kurt Krickler, Generalsekretär der HOSI Wien.