Samstag, 22. Juni 2024
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Ex-Neonazi soll 15-Jährigen missbraucht und zur Prostitution gezwungen haben

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Wegen Kindesmissbrauch ist in Deutschland der prominente Neonazi Tino Brandt festgenommen worden. Der Tatverdacht tauchte während laufender Ermittlungen auf: Die Staatsanwaltschaft Gera ermittelt gegen Brandt, weil er seit 2011 Zuhälter für junge Burschen gewesen sein soll.

So soll Brandt mindestens fünf Jugendliche und Heranwachsende, die der Prostitution nachgingen, ausgebeutet haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass er ihnen bis zu 60 Prozent ihrer Einnahmen aus diesem Geschäft abgeknöpft hat. Der Verdacht auf Zuhälterei ergab sich während Betrugsermittlungen gegen den Neonazi.

Die Staatsanwaltschaft hat die Wohnung Brandts sowie die der Prostituierten durchsucht. In Brandts Wohnung wurden Mobiltelefone und Computer beschlagnahmt. Diese seien aber noch nicht vollständig ausgewertet worden, so der Leitende Oberstaatsanwalt Thomas Villwock.

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Durch eine Zeugenbefragung habe sich der Verdacht des Kindesmissbrauchs ergeben, so die Staatsanwaltschaft. Wie die „Thüringer Allgemeine“ berichtet, soll Brandt einen zur Tatzeit 15-Jährigen sexuell missbraucht und anschließend an Freier vermittelt haben. Brandt sitzt seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Brandt ist in der rechten Szene Ostdeutschlands kein Unbekannter: Er war im Thüringer Landesverband der NPD aktiv und der Kopf hinter dem „Thüringer Heimatschutzes“ (THS), einer rechtsextremen Straßentruppe „im Stil der SA“, so der „Spiegel“. Zu dieser Gruppe gehörte auch das mutmaßliche NSU-Terrortrio Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt. Im Jahr 2000 soll ihnen Brandt 2000 Mark gegeben haben, die er vom Thüringer Verfassungsschutz bekommen hat.

Als Spitzel der Neo-Nazi für die Behörden soll Tino Brandt insgesamt 200.000 Mark bekommen haben. Er betonte, dass dieses Geld in seine „politische Arbeit“ geflossen sei. Seit seiner Enttarnung war er politisch nicht wieder aktiv. Dafür scheint er diese für einen Neonazi eher ungewöhnliche Einnahmequelle für sich entdeckt zu haben.