Internationales Olympisches Komitee will künftig auch Lesben und Schwule schützen

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat beschlossen, die Olympische Charta zu überarbeiten. Zum ersten Mal soll eine Passage ausdrücklich die Veranstalterländer zum Schutz vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung verpflichten. Für die bereits ausgewählten Veranstaltungsländer gilt diese Version der Charta nicht.

Beschlossen wurde die Änderung von Punkt 6 der Olympischen Charta einstimmig von allen 96 Delegierten im Rahmen eines zweitägigen Treffens. Bis jetzt heißt es dort: „Jede Form von Diskriminierung bezüglich eines Landes oder einer Person aufgrund von Rasse, Religion, Politik, Geschlecht oder anderer Gründe ist nicht vereinbar mit der Teilhabe an der Olympischen Bewegung“. Unter „andere Gründe“ seien auch die sexuelle Orientierung gemeint, argumentierte das IOC bis jetzt. Doch künftig ist die sexuelle Orientierung in diesem Punkt extra angeführt, Transgender werden aber nicht erwähnt. Alle Städte, die Olympische Spiele ausrichten wollen, sollen sich in Zukunft ausdrücklich zu diesen Prinzipien bekennen.

Damit zieht das Internationale Olympische Komitee die Lehren aus den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi: Damals haben Aktivisten und Sportler die Anti-Homo-Politik der russischen Regierung kritisiert. Zwar hat man sich vom russischen Staat garantieren lassen, dass schwule und lesbische Besucher keine Probleme bekommen würden – doch das IOC schaute weg, als es brenzlig wurde. Beispielsweise, als eine italienische Aktivistin, die eine Regenbogenflagge trug, trotz gültigem Ticket vom Gelände abgeführt wurde. Für das IOC war das kein Problem – es habe sich um einen „illegalen Protest“ gehandelt, so die Olympia-Funktionäre.