[Video] Grazer Gerhard Prügger erhält Menschenrechtspreis für Video

Hohe Auszeichnung für einen kreativen Kopf der österreichischen Lesben- und Schwulenbewegung: Der in Wien lebende Grazer Gerhard Prügger wurde für seinen Film „Finde den Fehler!“ mit dem Deutschen Menschenrechts-Filmpreis in der Kategorie „Amateure“ ausgezeichnet.

„Finde den Fehler!“ entstand für den Verein „all inclusive“. Der Film zeigt in der linken Hälfte des Bildes ein schwules Paar, das mit einem Glas Sekt anstößt und sich vor dem Fernseher aneinanderkuschelt – auf der rechten Seite macht ein heterosexuelles Paar genau das Gleiche. Der Zuschauer soll den Fehler zwischen dem linken und den rechten Bild finden – und das ist nicht das homosexuelle Paar.

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In der Begründung für die Auszeichnung meint die Jury: „Die Auflösung führt uns vor Augen, wie sehr wir in Schablonen über Homo- und Heterosexuelle denken. Denn ganz augenscheinlich gibt es keine Unterschiede in der Zärtlichkeit. […] So suggestiv dieser Social Spot mit seinem Inszenierungs-Trick ist, so ertappt fühlt sich der Zuschauer. Wie leicht lassen wir unsere Wahrnehmungen von Prägungen und Erwartungen trüben. Ein kleiner Film mit einer großen Wirkung. Der für die Produktion verantwortliche Verein „all inclusive“ und der ausführende Regisseur Gerhard Prügger geben uns einen charmanten Denkanstoß über das Suchen eines Fehlers, wo keiner ist und das Entdecken eines Vorurteils, wo man es nicht vermutet hätte.“

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis wird alle zwei Jahre verliehen. Die Preise sind in sechs Kategorien mit jeweils 2.500 Euro dotiert. Insgesamt gab es diesmal mehr als 400 Einsendungen – etwa doppelt so viele wie 2012. Das Preisgeld will Prügger spenden.

Prügger ist auch sonst in der Community kein Unbekannter. Als Teil des Videokollektivs „Hochparterre“ erregte er mit seinem Cover-Video zu George Michaels „Freedom“ Aufsehen, weiters ist er einer der Organisatoren für den Grazer Tuntenball.