Schottland öffnet heute Ehe für Lesben und Schwule

Ab heute können sich schwule und lesbische Paare in Schottland für eine Eheschließung anmelden. Da es eine 15-tägige Wartefrist zwischen der Bestellung des Aufgebots und der Trauung gibt, werden die ersten gleichgeschlechtlichen Hochzeiten zu Silvester gefeiert.

Paare, die ihre Eingetragene Partnerschaft formlos in eine Ehe umwandeln wollen, können das ebenfalls ab heute machen. Wer lieber eine klassische Trauung haben möchte, muss ebenfalls noch bis 31. Dezember warten – und den vollen Tarif für eine Trauung zahlen.

Mit dem „Marriage and Civil Partnership (Scotland) Act“, der heute in Kraft tritt, stellt auch Schottland die Ehe für Homosexuelle gleich. In England und Wales hat der konservative Premierminister David Cameron die Öffnung der Ehe bereits im März durchgesetzt.

Änderungen bringt das Gesetz auch für Transgender: Sie müssen sich ab sofort nicht mehr scheiden lassen, wenn sie ihr gelebtes Geschlecht auch amtlich anerkennen lassen wollen. Den Wechsel des Geschlechts sieht das Gesetz als Menschenrecht an. Deshalb wurde auch ein Paragraph gestrichen, der es Ehepartnern ermöglicht hat, Transgendern den Wechsel des Geschlechts zu verbieten.

In der schottischen Lesben- und Schwulencommunity sorgt die neue Gesetzeslage für Freude: Tom French, bei „Equality Network“ für Öffentlichkeitsarbeit und Strategie verantwortlich, kündigt an: „Mit den ersten Zeremonien, die am Hogmaney (traditionelle Silvesterfeiern in Schottland, Anm.) stattfinden, kann Schottland stolz sein, dass wir als ein faires und gleichberechtigteres Land in ein neues Jahr gehen.“

Das Gesetz über die Öffnung der Ehe wurde im Februar mit einer Mehrheit von 105 zu 18 Stimmen vom schottischen Parlament verabschiedet. Im März wurde es von der Queen bestätigt, seitdem arbeitet die Regierung an den Richtlinien zur Umsetzung.