‚Echte Österreicher‘ unterstützen Andreas Gabalier

Für heftige Reaktionen sorgen die Aussagen von Andreas Gabalier bei den Amadeus Austrian Music Awards. Der „Volks-Rock’n’Roller“ hat in seiner Dankesrede für den Preis als besten Live-Act behauptet, man hätte es „nicht leicht auf dieser Welt, wenn man als Manderl noch auf ein Weiberl steht“.

Im Saal gab es für diese Aussagen Buhrufe und vereinzelte „Arschloch“-Rufe – worauf Gabalier für sich selbst jene Toleranz einforderte, die er selbst offenbar nicht aufbringt. Doch die Rolle des verständnisvollen Fans übernahm FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Gabalier lasse „sich vom linken Mainstream nicht beeindrucken und denkt deren Intoleranz auf“, ließ Strache seine Anhänger wissen.

Und die waren einer Meinung mit Strache und Gabalier. „Die Guten sind ja ach so tolerant, solange man ihrer Meinung ist!!“, schreibt „Gregor“ im Online-Forum der „Kronen Zeitung“. Und „hilfstaxler“ pflichtet ihm bei: „Bravo laß dich nicht verbiegen. Der Mann ist Super. Ausserdem er mag Frauen was eigentlich normal ist! Mir taugt er.“, meint dieser User. Etwas deutlicher ist schon „mundp“, laut User-Profil ein Mann. „klar das der linke dreck wieder randaliert wenn ein echter österreicher mal was richtiges sagt! weiter so andreas!“, schreibt er ins „Krone“-Forum.

Doch es gibt auch andere Stimmen: „Die Heterosexuellen im Musikbereich sind immer noch weit in der Mehrheit. Gabalier baut da einen Popanz auf, wahrscheinlich schlummern in ihm selbst sexuelle Sehnsüchte, die er sich nicht zu realisieren traut.“, mutmaßt „QueenOfEurope“ im Forum der „Kronen Zeitung“.

Und der offen schwule Grüne Bundesrat Marco Schreuder erklärt in seinem Blog satirisch, wo „Manderl, die noch auf ein Weiberl stehen“ benachteiligt werden. So sei es schon vielen Heteros passiert, „dass man bei einem Begrüßungskuss mit Weiberl aus dem Café geschmissen wird“, „dass ein Taxifahrer dich aus dem Auto schmeißt, weil du deine Freundin geküsst hast“ oder „dass man überall – in den Medien, in den Schulen, im Freundeskreis, in der Familie – mitgeteilt bekommt, dass man doch bald einen Freund haben sollte, und man sich nicht traut zu sagen, dass man eigentlich auf Mädchen steht“, dreht Schreuder den Spieß um – und macht so die Absurdität von Gabaliers Aussage deutlich.

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