Ungarische Burschen in US-Callboyring: Bis zu 155 Jahre Haft für Drahtzieher

Ein Ungar, der in den USA einen illegalen Callboy-Ring mit Landsleuten aufgezogen hat, ist in Miami wegen Menschenhandels schuldig gesprochen haben. Er soll die Männer gezwungen haben, jeden Tag bis zu 20 Stunden zu arbeiten. Nun drohen ihm bis zu 155 Jahre Gefängnis.

Die Masche von Andras Janos Vass war einfach: Der 25-Jährige sprach seinei Landsleute, die um die 20 Jahre alt waren, über die Dating-Plattform GayRomeo oder Facebook an und versprach ihnen das große Geld in den USA. Zwischen 300 und 5000 Dollar könnten sie in New York im Monat verdienen, erzählte er ihnen.

Dort angekommen misshandelte er sie und zwang sie, für ihn zu arbeiten. Zu acht wurden sie in ein kleines Zimmer eingepfercht und mussten rund um die Uhr arbeiten: Teils mit Kunden, teils vor Webcams. Der Reisepass wurde von Vass einbehalten. Wenn sie gehen wollten, wurden sie und ihre Familien mit dem Tod bedroht.

Zur Tarnung wurde eine Firma gegründet, die passenderweise „Never Sleep Inc.“ hieß. Andras Janos Vass und seine beiden Komplizen machten mit ihren Landsleuten bis zu 40.000 Dollar im Monat, so die Staatsanwaltschaft. Als Nachbarn das Verhalten in der Wohnung verdächtig vorkam, zogen alle nach Miami.

Dort wurde ihnen letztendlich im Jahr 2012 das Handwerk gelegt. Nun wurde Vass und seinen beiden Komplizen in Miami der Prozess wegen Menschenhandels gemacht. Nur dreißig Minuten brauchten die Geschworenen, um Vass schuldig zu sprechen. Das Strafmaß wird im Juni verkündet, dem Ungarn drohen 155 Jahre Gefängnis. Die Mindeststrafe für die Vergehen beträgt 21 Jahre. Seine beiden Mitangeklagten, darunter ein ehemaliger ungarischer Polizeibeamter, warten noch auf ihren Prozess.