UNO-Sicherheitsrat berät über die Schwulenjagd durch die IS

Der UN-Sicherheitsrat hat sich gestern zum ersten Mal mit den Gewalttaten der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) gegen schwule Männer befasst. Nach IS-Propagandaangaben wurden bereits mehr als 30 Männer ermordet, weil sie homosexuell gewesen sein sollen. Das „Strafrecht“ der Terrormiliz sieht für diesen Fall die Todesstrafe vor, meist durch Sturz von einem hohen Gebäude und die anschließende Steinigung.

Bei dem informellen Treffen berichteten Betroffene aus dem Irak und Syrien, die wegen ihrer sexuellen Orientierung bedroht wurden. „Im IS-Gebiet werden Schwule die ganze Zeit gejagt und getötet“, sagte Subhi Nahas, der aus Syrien in die USA fliehen konnte. In seiner Heimatstadt Idlib würden Schwule von Hausdächern gestoßen und von Bewohnern gesteinigt, berichtete er weiter.

Adnan, ein Iraker, der per Telefon zugeschaltet war, berichtete von brutalen Übergriffen der irakischen Sicherheitskräfte, bevor der IS die Kontrolle in seiner Heimatregion übernahm. Die IS-Milizen gingen noch professioneller vor: Sie lokalisierten die Homosexuellen gezielt und „jagen jeden einzelnen“.

Für die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, war das Treffen „historisch“: 70 Jahre nach Gründung des Gremiums sei es höchste Zeit, dass das Schicksal von Homo- und Transsexuellen ins Rampenlicht rücke, „die rund um die Welt um ihr Leben fürchten“.

Das Treffen des Sicherheitsrats war für alle UN-Staaten offen. Zunächst war unklar, wie viele Länder mit schwulenfeindlichen Gesetzen ihre Vertreter in die Runde schickten. Die nicht-ständigen Sicherheitsratsmitglieder Angola und Tschad schickten beispielsweise keine Vertreter in die Runde.