Spanien: Premier Rajoy nimmt an Homo-Hochzeit teil

Jahrelang hat die spanische Volkspartei (PP) unter dem jetzigen Premierminister Mariano Rajoy die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare bekämpft. Nun ist Rajoy selbst zu einer schwulen Hochzeit eingeladen – und das sorgt innerhalb der Partei für Irritationen.

Bis vor das spanische Verfassungsgericht gingen Rajoy und seine Parteikollegen, um die von den Sozialisten eingeführte Ehe-Öffnung zurückzunehmen. Doch selbst dort scheiterten sie 2012. Für die PP war das ein herber Rückschlag, war die Bewahrung der heterosexuellen Ehe doch einer der wichtigsten Wahlkampf-Punkte. Mariano Rajoy selbst betonte immer wieder, eine Eingetragene Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare zu befürworten, aber keine Ehe.

Diese Einstellung dürfte sich nun geändert haben: Denn wie nun bekannt wurde, wird Premierminister Rajoy als Gast an einer schwulen Hochzeit teilnehmen: Javier Maroto, ehemaliger Bürgermeister von Vitoria-Gasteiz und stellvertretender Parteisekretär heiratet seinen Partner, den Unternehmer Josema Rodríguez. Die beiden leben seit 19 Jahren zusammen.

Die Frage, ob konservative Politiker, die jahrelang die Ehe-Öffnung bekämpft haben, nun an einer gleichgeschlechtlichen Eheschließung teilnehmen dürfen, hat innerhalb der PP für großen Wirbel gesorgt. Am Dienstag beendete der Premierminister diese Debatte, in dem er seine Anwesenheit bei der Hochzeit ankündigte. Auch Alfonso Alonso, Minister für Gesundheit, Wohlfahrt und Gleichstellung, sowie andere Parteifunktionäre werden an der Zeremonie teilnehmen. Den Bräutigam freut die Teilnahme des Parteichefs: Es sei „an der Zeit, dass die Volkspartei die Ehe-Öffnung annehme und anerkenne“, so Maroto.