Männer-Hochzeit empört Bali

Empörung auf der indonesischen Insel Bali: Nachdem Bilder einer schwulen Hochzeitszeremonie in sozialen Netzwerken aufgetaucht sind, verurteilen unter anderem der Gouverneur und der Polizeichef der Insel die Hochzeit – und fordern Konsequenzen.

Es war eine luxuriöse Zeremonie, die letzte Woche im Hotel „Four Seasons“ auf der Trauminsel stattfand: Ein US-Amerikaner und ein Indonesier gaben sich unter freiem Himmel das Ja-Wort, unter Aufsicht eines Hindu-Priesters. Doch nicht jeder auf der Insel freute sich für das Männer-Paar.

Denn Hochzeiten sind in Indonesien vor allem eine religiöse Verbindung. Deshalb sind auch unterreligiöse Verbindungen, zum Beispiel zwischen Muslimen und Hinduisten, untersagt. Und gleichgeschlechtliche Eheschließungen sind sowohl im Islam als auch im Hinduismus streng verboten.

Dem entsprechend empörten sich lokale Würdenträger über die Zeremonie. Der örtliche Polizeichef Sugeng Priyanto erklärte, dass gegen das Hochzeitspaar und Teilnehmer der Zeremonie ermittelt werde. Er erklärte, dass das Paar bereits zuvor in den USA rechtskrädtig geheiratet hatte und auf Bali diese Verbindung lediglich bestätigen wollte. Doch da auch Hindu-Rituale durchgeführt wurden, werde wegen Entweihung der Religion ermittelt.

Für den Gouverneur der Insel, Made Pastika, ist die schwule Hochzeit sogar eine „Schande für Bali“: „Das hätte nicht passieren dürfen. In der Hindu-Religion ist das verboten. Extrem verboten sogar!“, erklärt er. Dem entsprechend empören sich auch hinduistische Geistliche über die Zeremonie.

Auch die „Bali Wedding Association“, der Interessenverband der örtlichen Hochzeitsindustrie, scheint kein Interesse an dieser zahlungskräftigen Zielgruppe zu haben. In einer Stellungnahme wurde die schwule Hochzeit verurteilt. „Wenn es auch Gesetzesbrecher unter unseren Mitgliedern gegeben hat, werden wir eine Abmahnung an sie schicken oder sie aus unserem Verband ausschließen. Außerdem werden wir die Behörden informieren“, so ein Sprecher.

Dem betroffenen Brautpaar kann der Wirbel egal sein. Sie wohnen in den USA – und sind nach Angaben der Polizei bereits am Wochenende wieder zurück in ihre Heimat geflogen.