Donnerstag, 29. Februar 2024
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Hedwig is the Angry Grinch

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Hedwig Freifrau von Beverfoerde wurde von der Initiative „Enough is Enough! Open Your Mouth“ als „Miss Homophobia 2015“ ausgezeichnet. „Homophobie hat in Deutschland viele Gesichter, das zur Zeit sichtbarste ist das der Hedwig Freifrau von Beverfoerde“, begründet die Initiative den Schmähpreis. „Für ihren jahrelangen Kampf gegen Vielfalt, Akzeptanz, gleiche Rechte und Aufklärung“, ergänzt Alfonso Pantisano, Sprecher der Initiative, die Begründung.

„Familienschützerin“ organisiert teure „Demos für alle“

Die 53-Jährige ist Gründerin der rechtskatholischen „Initiative Familienschutz“ und organisiert unter anderem in Stuttgart und Hannover die „Demos für alle“. Diese Demonstrationen nach Vorbild der Bewegung gegen die Ehe-Öffnung in Frankreich machen gegen eine umfassende altersgerechte Sexualaufklärung in den Schulen, eine Öffnung der Ehe in Deutschland sowie rechtliche und gesellschaftliche Verbesserungen für sexuelle Minderheiten mobil.

In Stuttgart nahmen nach Angaben der Polizei bis zu 4000 Menschen an diesen Demonstrationen teil, den Steuerzahler kostete der Schutz dieser Veranstaltungen bislang mehr als 320.000 Euro.

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Bei der letzten Demonstration in Stuttgart präsentierte die christlich-fundamentalistische Freifrau dem Publikum einen schwulen Mann, der zwar „homosexuell empfindet“, seine Homosexualität dank seiner „Enthaltsamkeit“ allerdings nicht lebe.

Bezweifelt Treue von Homosexuellen und kämpft gegen „Genderlobby“

Gemeinsam mit Beatrix von Storch, Vizevorsitzende der rechtspopulistischen AfD, organisiert das mutmaßliche CDU-Mitglied Hedwig von Beverfoerde regelmäßig reaktionäre und katholisch-fundamentalistische Kampagnen gegen die „Homo- und Genderlobby“. Ihre Meinung trägt sie auch gerne in diversen Talkshows zur Schau. Im ZDF erklärte die dreifache Mutter bei Maybritt Illner einem schwulen Paar, sie seien „keine normale Familie“, weil sie keine Kinder kriegen könnten.

In der ARD bezweifelte sie die generelle Treue gleichgeschlechtlicher Beziehungen: „Eine Ehe ist ein auf Lebenszeit angelegter Bund zwischen einem Mann und einer Frau, wo man sich treu ist. Das kann man bei den anderen nicht sagen“, so die gebürtige Saarländerin in der Talksendung der offen lesbischen Moderatorin Anne Will. Solche Äußerungen machten sie zur „aktivsten Vertreterin von Angst und Hass gegenüber Lesben und Schwulen in Deutschland“, erklärt „Enough is Enough! Open Your Mouth“.

Geht gegen Theaterstück vor Gericht

Zuletzt ging Freifrau von Beverfoerde zusammen mit Beatrix von Storch gerichtlich gegen das Theaterstück „Fear“ von Falk Richter vor, das derzeit auf der Berliner Schaubühne aufgeführt wird. In dem Stück werden die beiden Frauen, gemeinsam mit anderen Vertretern des rechten Randes der deutschen Politik, als Zombies dargestellt. In erster Instanz gab ihnen das Gericht recht und erließ eine Einstweilige Verfügung gegen das Stück, heute wird der Einspruch der Schaubühne vor dem Landgericht Berlin verhandelt.

Beverfoerde: „Hass gegen Homosexuelle kann mir nicht nachgewiesen werden“

Sie selbst kann die Kritik an ihrer Person nicht verstehen. Gegenüber dem Berliner „Tagesspiegel“ betont Hedwig Freifrau von Beverfoerde, noch nie etwas gesagt zu haben, das Angst oder Hass gegen Homosexuelle schüre, und dies könne ihr auch nicht nachgewiesen werden. Dass sie von „Enough is Enough! Open Your Mouth“ zur „Miss Homophobia“ ernannt wurde, sehe die Rechtskonservative gelassen.

„Enough is Enough! Open Your Mouth“ ist mittlerweile die größte Gruppe von LGBTI-Aktivisten in Deutschland. Sie setzt sich für die Rechte sexueller Minderheiten und gegen Homo- und Transphobie ein. Ende der Woche präsentiert die Initiative ihre Entscheidung bei der Wahl zum „Mister Homophobia 2015“.

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