Tim Cook möchte ein Vorbild für schwule Kids sein

Deutliche Worte zu seiner Homosexualität fand Tim Cook, CED von Apple, am Sonntag in einem Interview mit der CBS-Sendung „60 Minutes“. Im Gespräch mit Charlie Rose sprach er über sein spätes öffentliches Coming Out und was es für ihn bedeutet hat, schwul zu sein.

Denn das ist für Tim Cook ein Vorteil: „Wenn du Teil einer Minderheit bist, bekommst du einen Sinn für Mitgefühl, was es bedeutet, in der Minderheit zu sein, und du fängst an, Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, und ich glaube, das war ein Geschenk für mich.“

Seitdem er sich öffentlich als schwul geoutet hat, äußerte sich Tim Cook auch immer wieder zu LGBT-Themen. So kritisierte er in einem Gastkommentar für die „Washington Post“ den Gouverneur von Indiana, weil dieser ein Gesetz verabschiedet hatte, das die Diskriminierung sexueller Minderheiten rechtlich abdeckt. Weiters spendete er einen nennenswerten Betrag an die LGBT-Bürgerrechtsorganisation „Human Rights Campaign“ (HRC).

Als Tim Cook von Charlie Rose gefragt wurde, warum er sich nicht früher öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt hatte, sagte der Apple-CEO, dass er seine Privatsphäre schützen wollte. Doch dann habe er verstanden, dass er eine große gesellschaftliche Verantwortung als offen schwuler Konzernchef hatte: „Mir wurde immer stärker klar, dass ich – wenn ich etwas sage – anderen Menschen damit helfen könnte“, so Cook in „60 Minutes“.

Darüber sei er froh: „Denn wenn ich daran denke, dass ein Kind irgendwo, irgendein Kind in Alabama – ich glaube, wenn sie für einen Moment innehält und sagt: ‚Wenn es ihn nicht eingeschränkt hat, kann es mich auch nicht einschränken.‘ Oder dieses Kind wird gemobbt. Oder schlimmer, es bekommt Nachrichten von Leuten, dass es sich umbringen will. Und wenn ich so nur eines von diesen erreichen kann, ist es das wert. Und ich könnte mir nicht in den Spiegel schauen, wenn ich es nicht getan hätte.“