Kein Sex vom Untermieter: 71-Jähriger sticht auf 40-Jährigen ein

Der Pensionist kann sich wegen seiner Alkoholsucht nicht mehr an die Tat erinnern

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Weil er von seinem dreißig Jahre jüngerem Untermieter keinen Sex bekommen hat, attackierte ihn ein 71-jähriger Pensionist aus München mit einem 25 Zentimeter langen Messer. Das Opfer überlebte, der mutmaßliche Täter muss sich wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht München I verantworten, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ).

Angeklagter hatte durch den Alkoholkonsum Erinnerungslücken

Der Pensionist räumte am ersten Prozesstag die Tat ein. Allerdings könne er sich wegen seines starken Alkoholkonsums nicht an das erinnern, was am 10. Jänner in der Wohnung geschehen ist, gesteht er. Diese Vorliebe für Alkohol wurde Alfred S. schon öfter zum Verhängnis. Er verlor in den 1960er-Jahren seinen Job als Fahrer für einen großen Getränkehersteller, weil er wegen Trunkenheit am Steuer seinen Führerschein abgeben musste. In den folgenden Jahren jobbte er als Küchenhilfe, blieb nie lange an einem Arbeitsplatz. Und dazwischen jede Menge Alkohol. Er lebt heute von 365 Euro Grundsicherung im Monat, das Sozialamt zahlt seine Wohnung.

Und diese Vorliebe teilte sich Alfred S. offenbar auch mit seinem Untermieter, einem 40-jährigen Altenpfleger. Kennengelernt hatten sie sich über das Internet, bald zog der dreißig Jahre jüngere Mann bei ihm ein. Die 150 Euro Miete für sein Zimmer hat er nur einmal bezahlt, dafür erwies er dem Pensionisten „gelegentlich sexuelle Gefälligkeiten“, so der Staatsanwalt. Als Grund dafür gab der Altenpfleger vor Gericht an, er habe Angst gehabt, aus der Wohnung geworfen zu werden.

Der Pensionist wollte einen Dreier und bekam ihn nicht – da stach er zu

Am Nachmittag des 10. Jänner, einem Sonntag, hatten die beiden Männer schon eine Flasche Schnaps geleert, dazu mehrere Flaschen Bier. Dann kam ein Bekannter vorbei, man trank zu dritt weiter. Zu später Stunde wollte Alfred S. dann einen Dreier mit den beiden Männern. „Ihr habt immer Spaß, ich bin seit sieben Jahren solo“, soll der 71-Jährige gesagt haben. Der Besucher ging daraufhin.

Doch auch der Untermieter wollte dem Pensionisten an diesem Abend keine sexuelle Gefälligkeit erweisen. „Geh schlafen, lass mich in Ruhe, geh ins Bett“, wies er den Angeklagten zurück. Der wurde daraufhin wütend. „Du bist eine Hure, ich bring dich um“, schrie er ihn an. Und ging in die Küche, um dort ein Messer zu holen.

Fünf Mal stach er mit der 25 Zentimeter langen Klinge in Richtung des Opfers. Vier Mal verfehlte er ihn. Der fünfte Stich traf den 40-Jährigen direkt in den Bauch. Die Rettung musste das Opfer selbst rufen – der 71-Jährige weigerte sich. Der 40-Jährige wurde im Schwabinger Krankenhaus genäht. Die Verletzung war nicht lebensbedrohlich. Nach zwei Tagen konnte er aus dem Krankenhaus entlassen werden. Er ist mittlerweile aus München weggezogen.