Japan: Sapporo will schwule und lesbische Paare anerkennen

Im nächsten Jahr sollen auch schwule und lesbische Paare Partnerschaftszertifikate bekommen.

Eheringe
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Einen großen Schritt in Richtung Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare unternimmt die japanische Großstadt Sapporo. Die Millionenstadt will nächstes Jahr anfangen, Partnerschaftszertifikate für schwule und lesbische Paare auszugeben. Das hat Bürgermeister Katsuhiro Akimoto nun angekündigt, berichtet das Schweizer Online-Portal „Asienspiegel“ unter Berufung auf die Tageszeitung „Hokkaido Shimbun“.

Partnerschaftszertifikate haben vor allem eine symbolische Bedeutung und helfen im Alltag

Diese Bescheinigung hat vor allem symbolischen Charakter. Denn sie ist rechtlich nicht bindend, die Ehe ist in der japanischen Verfassung als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert. Trotzdem macht das Partnerschaftszertifikat gleichgeschlechtlichen Paaren das Leben in einigen Punkten leichter. So werden registrierte Partner im Krankenhaus als Familienmitglied anerkannt, mit dem Zertifikat kann man sich auch gemeinsam um eine Gemeindewohnung bewerben.

Auch einige Großkonzerne erkennen die Partnerschaftszertifikate schwuler und lesbischer Paare an. So haben beispielsweise Panasonic, Softbank oder IBM angekündigt, dass sie diesen Paaren alle Vergünstigungen gewähren, die verheiratete Angestellten zustehen. Dazu gehört es, bei Hochzeiten oder Beerdigungen innerhalb der Familie freizunehmen.

Sapporo ist die sechste Stadt in Japan, die schwulen und lesbischen Paare die Partnerschaftszertifikate ausstellt

Die Ankündigung Sapporos ist ein wichtiges Zeichen: So ist die Zweimillionen-Metropole die erste Stadt im Norden Japans, die Partnerschaftszertifikate für schwule und lesbische Paare ausstellen möchte. Sapporo ist das politische und wirtschaftliche Zentrum der Nordinsel Hokkaidos.

Vor Sapporo haben bereits fünf weitere Städte damit begonnen, homosexuellen Paaren Partnerschaftszertifikate auszustellen. Im November 2015 begann der Tokioter Bezirk Shibuya damit. In ihm leben etwa 217.000 Menschen, unter ihnen etwa 10.000 Ausländer. Wenige Monate später zog Setagaya, der mit rund 874.000 Einwohnern bevölkerungsreichste Bezirk der japanischen Hauptstadt nach. Danach folgte die Kleinstadt Iga in der Präfektur Mie. Im Juni dieses Jahres war Takarazuka, eine im Süden zwischen Kobe und Osaka gelegene Stadt mit 225.000 Einwohnern, an der Reihe.