Spritze gegen HIV: Erste Tests gestartet

Eine Spitze alle acht Wochen könnte gegen eine HIV-Infektion schützen

Symbolbild: Spritze
Symbolbild - Fotolia/andreysafonov

Die Suche nach einer Spritze gegen eine HIV-Infektion ist einen großen Schritt weiter: Wissenschaftler in Asien, Amerika und Afrika haben am 21. Dezember mit einer Langzeitstudie begonnen, bei der ein Impfstoff gegen HIV an Menschen getestet wird.

Alle acht Wochen eine Spritze statt jeden Tag eine Tablette

Insgesamt 4.500 Männer und Transgender, die Sex mit Männern haben, nehmen an der Studie teil. Sie bekommen das relativ neue HIV-Medikament Cabotegravir gespritzt. Die Mediziner wollen testen, ob die Injektion gleich wirksam ist wie die tägliche Einnahme des HIV-Medikaments Truvada.

Dieses muss derzeit im Rahmen der Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) jeden Tag genommen werden, um einen ausreichenden Schutz vor einer Infektion herzustellen. Eine bis zu acht Wochen wirkende Injektion wäre hier der nächste große Fortschritt: „Wir brauchen dringend mehr Werkzeuge zur HIV-Vorbeugung, die leicht in das Leben der Menschen passen“, erklärt Anthony Fauci, Direktor des nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID) der USA.

Erste Ergebnisse liegen in frühestens fünf Jahren vor

„Auch wenn die tägliche Einnahme von Truvada für die HIV-Prävention offensichtlich wirkt, kann es für manche Menschen schwierig sein, jeden Tag eine Pille zu nehmen, obwohl sie gesund sind. Wenn es wirkt, hat eine Cabotegravir-Injektion das Potential, eine akzeptierte, diskrete und praktische Alternative für die Vorbeugung von HIV zu werden“, ist Fauci zuversichtlich.

Resultate der Studie werden in frühestens fünf Jahren erwartet. Eine zweite Studie mit Cabotegravir zur Vorbeugung, an der vor allem Frauen in Afrika teilnehmen werden, soll nächstes Jahr folgen. Wie Truvada kann auch die Injektion nicht vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen. Gegen eine HIV-Infektion bietet das Medikament einen Schutz von bis zu 90 Prozent.