Drei schwule Kicker pro Bundesliga-Verein?

Vermutung eines ehemaligen Schiedsrichters gibt Platz für Spekulationen

Fußball
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Schwule Profi-Fußballer dürften in der deutschen Bundesliga keine Ausnahme sein. Das meint zumindest der ehemalige Schiedsrichter Babak Rafati. Nach einem Selbstmordversuch im Jahr 2011 arbeitet er nun als Mental-Trainer – auch für Fußballprofis. Er kennt ihre Situation.

Dem entsprechend weiß er auch, was für ein Tabu-Thema Homosexualität im Fußball ist. Gegenüber der Schweizer Tageszeitung „Blick“ sagt er: „Ich kenne schwule Fußballer und Schiedsrichter in der Bundesliga, es gibt in jeder Mannschaft drei bis vier Spieler.“ Anstatt ihre Homosexualität offen zu leben, haben viele zum Schein eine Freundin. „Viele müssen sich mit einer Frau hinsetzen, Küsschen hier, Küsschen da – dabei haben sie gar keine Lust auf die Dame“, beschreibt Babak Rafati seine Beobachtungen.

Gruppen-Outing könnte das Tabu eines schwulen Fußballers brechen

Schnell wird sich diese Situation nicht ändern, glaubt der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter. Denn „outen kann sich ein homosexueller Profi nur, wenn die großen Stars mit dem DFB vorangehen“. Dazu müssten sich beispielsweise bei einer Pressekonferenz „zwei pro Verein und drei aus der Nationalmannschaft hinstellen“ und als schwul outen. Das würd die notwendige Wucht erzeugen.

Denn ein einzelner kann in der Welt des Profi-Fußballs nicht viel bewegen. Das musste Babak Rafati auch während seiner Depression feststellen. „Ich als Schiedsrichter konnte mich mit meiner Krankheit auch nicht outen“, sagt er heute zu „Blick“. Rafati litt während seiner aktiven Zeit an schweren Depressionen. Heute hält er Vorträge zu Präventionsstrategien bei Burnout, Mobbing, Depressionen sowie Leistungsdruck.