Grindr gehört nun chinesischen Investoren

Für 152 Millionen hat ein Spieleentwickler alle Anteile an der Betreiberfirma übernommen

Grindr
Symbolbild - Montage: GGG.at

Die beliebte schwule Dating-App Grindr ist nun fest in chinesischer Hand. Der Spieleentwickler Beijing Kunlun Tech, der sich bereits im Jänner 2016 für 93 Millionen Dollar mit 61,5 Prozent an der Firma hinter Grindr beteiligt hat, hat nun für 152 Millionen Dollar die restlichen 38,5 Prozent übernommen.

Gründer beruhigt: Keine Änderungen für User, Aktivisten fürchten Spionage und Zensur

Als die ersten Anteile von der chinesischen Firma gekauft wurden, versuchte Grindr-Erfinder Joel Simkhai seine User zu beruhigen: Für sie werde es keine großen Veränderungen geben, versprach er. Ob sich das nach der Totalübernahme durch den chinesischen Investor ändert, bleibt abzuwarten. Aktivisten fürchten eine Zensur von Inhalten.

Doch auch, wenn die Firma seit über einem Jahr mehrheitlich von einer chinesischen Firma gehalten wird, funktioniert die App in China selbst nicht überall. Wegen den Gesetzen zur Beschränkung zur Meinungsfreiheit und gegen „Pornografie“ ist sie in Teilen des Landes blockiert. Das berichten chinesische Grindr-User immer wieder.

Grindr in der Kritik, weil auf Fakes oder Stalker oft nicht reagiert wird

In Europa oder den Vereinigten Staaten ist Grindr immer wieder in die Kritik geraten, weil es nur unzureichend gegen Fake-Profile oder Stalker vorgeht. So hat beispielsweise der Ex-Freund des der 32-jährigen Matthew Herrick jeden unzählige falsche Profile mit den Daten des Amerikaners angelegt und damit „mein gesamtes Leben gestohlen“.

Grindr gilt als größte und beliebteste Dating-App für schwule und bisexuelle Männer. Jeden Tag nutzen nach Angaben der Macher drei Millionen Männer die App jeden Tag. In China selbst ist die App übrigens nicht Marktführer: Hier hat die 2013 gestartete App „Blued“, die sich selbst als „Lifestyle-App“ sieht und regimekonforme Nutzungsbedingungen hat, die Nase vorn.

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