Montag, 17. Juni 2024
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Tennislegende Margaret Court: „Trans-Kinder sind Werk des Teufels“

Außerdem sei der Tennissport "voll von Lesben", und sie würde "diesen Leuten" gerne "helfen"...

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Margaret Court ist die mit Abstand erfolgreichste Tennisspielerin aller Zeiten. Mit 64 Grand-Slam-Titeln von 1960 bis 1977 hat die Australierin bis heute Geschichte geschrieben. Doch anstatt in Würde zu altern, fällt die 74-Jährige durch homophobe Aktionen auf – und sorgt dabei in der Tenniswelt für Kopfschütteln.

Weil Qantas für die Ehe-Öffnung ist, boykottiert Margaret Court die Fluglinie

So hat sie in einem offenen Brief an die Tageszeitung „The West Australian“ angekündigt, künftig die staatliche Fluglinie Qantas zu boykottieren – weil diese die Öffnung der Ehe in Australien unterstützt. „Ich bin enttäuscht, dass Qantas zum aktiven Unterstützer der gleichgeschlechtlichen Ehe geworden ist. Ich glaube an die Ehe als Vereinigung von Mann und Frau, so wie es in der Bibel steht“, schreibt Court.

In einer christlichen Radiosendung sprach sie kurz danach, dass der Tennissport „voll von Lesben“ sei und man zwar nicht gegen „diese Leute“ sei, ihnen aber „helfen“ wolle. Transgender-Kinder bezeichnete Court, die seit Jahren als christliche Laienpredigerin unterwegs ist, als „Werk des Teufels“. „Das ist, was Hitler getan hat. Das ist, was der Kommunismus getan hat. Sich in die Köpfe unserer Kinder schleichen. Es gibt eine Verschwörung in unserer Nation und den Nationen der Welt, in die Köpfe unserer Kinder zu kommen.“

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Tennisverband distanziert sich, Martina Navratilova kritisiert ihre Ex-Kollegin scharf

Eine Aussage, die nicht widersprochen bleibt: Der australische Tennisverband hat sich bereits von den Aussagen der ehemaligen Spitzenspielerin distanziert. Die offen lesbische Tennislegende Martina Navratilova twitterte mehrmals über Courts offenen Brief. „Ich danke Qantas für die Unterstützung. Und Margaret – du bis zu weit gegangen. Schäm dich!”, schreibt sie unter anderem.

Und sie befeuert auch die Diskussion um eine Umbenennung der „Margret-Court-Arena“, dem zweitgrößten Platz im Melbourne Park. Dieser wird jedes Jahr bei den Australian Open genutzt. „Vielleicht ist es jetzt endlich Zeit, den Namen der Margaret Court Arena zu ändern… und Margaret wird auf ihrem nächsten Trip vermutlich das Schiff nehmen? :)“, twittert Navratilova.

Maybe it's time to change the name of the Margaret Court Arena then… and I guess Margaret will be taking the boat on her next trip?:)

— Martina Navratilova (@Martina) May 25, 2017

Auch andere Spitzen-Tennisspieler sprechen sich für die Ehe-Öffnung aus

Und mit ihrer Kritik ist Navratilova nicht alleine. Die ehemalige US-Open-Siegerin Samantha Stosur sagte zu den Ausführungen ihrer Landsfrau: „Jeder kann seine Meinung haben, aber ich teile die von Margaret nicht. Die gleichgeschlechtliche Ehe sollte es auch in Australien geben.“ Und auch der Weltranglistenerste Andy Murray macht klar: „Ich kann nicht verstehen, warum jemand damit Probleme hat, wenn sich zwei Menschen lieben und heiraten. Egal, ob es zwei Männer, zwei Frauen oder Mann und Frau sind.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Margaret Court durch ihre homophoben Äußerungen negativ auffällt. Bereits im Jahr 2012 haben LGBT-Aktivisten gefordert, Court wegen ihrer Einstellungen als Ehrengast von den Australian Open auszuladen. Ihre hochnäsige Reaktion: „Die wollen nicht, dass ich zu den Australian Open komme? Das wollen die? Mich hält keiner auf.”