Was Putin machen würde, wenn er mit einem Schwulen duscht

...und wie der russische Präsident die Gesetze gegen "Homo-Propaganda" verteidigt

Wladimir Putin
kremlin.ru - CC BY 4.0

Den großen Macho gibt der russische Präsident Wladimir Putin in einer vierteiligen Dokumentation, die der amerikanische Filmemacher Oliver Stone über ihn gedreht hat und die nächste Woche im US-Fernsehen ausgestrahlt wird. Dabei verteidigt er auch ohne mit der Wimper zu zucken die russischen Gesetze gegen „Homo-Propaganda“.

Duschen mit einem Schwulen? „Ich bin Meister im Judo“

Während einer Diskussion über das Militär fragte Stone den Präsidenten: „Wenn sie in einem U-Boot mit einem Mann duschen würden und sie wüssten, dass er schwul ist – hätten sie ein Problem damit?“ Und Putin antwortete: „Naja, ich würde nicht gerne mit ihm duschen wollen. Warum ihn herausfordern? Aber wissen Sie, ich bin ein Judo-Meister.“

Dann brachte er die in dieser Wortmeldung verpackte Homophobie auf eine größere Ebene: „Ich kann ihnen heute als Staatspräsident sagen, dass ich glaube, es ist meine Pflicht, traditionelle Werte und Familienwerte aufrechtzuerhalten. Aber warum? Weil gleichgeschlechtliche Ehen keine Kinder hervorbringen. Gott hat entschieden, und wir müssen uns um die Geburtenraten in unserem Land kümmern. Wir müssen die Familien stärken. Aber das heißt nicht, dass irgendjemand verfolgt werden sollte“, gibt sich Putin großzügig.

Oliver Stone hat Wladimir Putin für die Dokumentation in den letzten zwei Jahren mehrere Male interviewt. „Die Putin Interviews“ werden vom 12. bis 15. Juni im US-Kabelsender Showtime ausgestrahlt. Im Internet gibt es bereits erste Ausschnitte aus den Interviews.

Kritik an staatlicher Homophobie sei „extrem hochgespielt“

Schon in der Vergangenheit hat Putin den Kurs des russischen Regierung gegenüber sexuellen Minderheiten deutlich abgesteckt. Das Problem werde „ohne Grund aus politischen Gründen von außen extrem hochgespielt“, sagte er im Jahr 2015 dem US-Sender CBS in einem großen Interview.

Und er ergänzte: „Menschen mit nicht-traditionellen sexuellen Orientierungen arbeiten. Leben in Frieden, werden gefördert, bekommen staatliche Auszeichnungen für ihre Leistungen in Wissenschaft, Kunst und anderen Bereichen. Ich habe ihnen persönlich Medaillen verliehen, aber wir verbieten Homo-Propaganda. Ich sehe darin nichts Undemokratisches.“