Berlin: Schwulenfeindlicher Vorfall nach dem CSD

Mann wurde auf die Straßenbahngleise gestoßen, weil er einem schwulen Paar beistehen wollte

Polizei Berlin
Symbolbild

Auch dieses Jahr gab es rund um den Berliner CSD einen schwulenfeindlichen Angriff. Dabei wurde ein Zeuge leicht verletzt, berichtet die Polizei der deutschen Bundeshauptstadt.

Der Vorfall ereignete sich am Samstag gegen 17.50 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle beim Hauptbahnhof: Ein Mann, der zwei kleine Kinder bei sich hatte, beschimpfte dem Zeugen zufolge ein offensichtlich schwules Paar. Daraufhin sprach der 29-Jährige, der mit einer Freundin und zwei Bekannten unterwegs war, den Unbekannten an.

Unbekannter mit zwei kleinen Kindern stößt Mann auf die Gleise, weil er sich für ein schwules Paar einsetzt

Doch der war sich offenbar keines Unrechts bewusst: Es kam zu Handgreiflichkeiten zwischen den beiden Männern. Im Verlauf dieser Auseinandersetzung stieß der Unbekannte den Zeugen auf die Gleise der Straßenbahn. Dabei erlitt er leichte Verletzungen am Arm und Hautabschürfungen. Passanten mussten den Mann dann von den Gleisen ziehen. Eine ärztliche Behandlung war nicht notwendig.

Aus Angst vor einer weiteren Auseinandersetzung stieg der 29-Jährige mit seinen Freunden dann in die nächste Straßenbahn. Bei der Wache des Polizeiabschnitt 31 in der Nähe des Nordbahnhofs zeigte der Mann, der das schwule Paar verteidigen wollte, den Vorfall schließlich an. Nähere Details zum Angreifer wurden nicht bekanntgegeben. Auch das Paar dürfte unbekannt bleiben.

Der Polizeiliche Staatsschutz am Landeskriminalamt Berlin hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Berlin ist eine der wenigen Städte im deutschen Sprachraum, die sämtliche homo- und transphobe Übergriffe öffentlich machen. Polizei und Staatsanwaltschaft verfügen über eigene LGBT-Ansprechpartner.