Madonna gewinnt gegen Boulevardblatt

Online-Ausgabe einer Zeitung veröffentlichte frühzeitig Details über die neueste Adoption der Sängerin

Madonna
David Shankbone/Wikimedia - CC BY-SA 3.0

In einem Streit zwischen Madonna und der Online-Ausgabe der Boulevard-Zeitung „Daily Mail“ haben der Popstar und ihre frisch adoptierten Zwillinge Stella und Estere eine außergerichtliche Entschädigung in unbekannter Höhe angenommen. Die Zeitung hat die Privatsphäre der Drei verletzt.

Madonna hat die beiden Vierjährigen im Februar in Malawi adoptiert. Dabei bat sie die Presse, „während dieser Übergangsphase unsere Privatsphäre zu respektieren“. Das taten auch sämtliche britische Medien – mit Ausnahme von „MailOnline“.

„MailOnline“ berichtete über Details – und gefährdete so die Adoption und die Mädchen

Die Webseite veröffentliche bereits im Jänner, also bevor die Adoption durch die Behörden in Malawi genehmigt war, dass die Zwillinge in einem Waisenhaus in Malawi lebten und Madonna sie adoptieren wolle. Außerdem verriet „MailOnline“ Details wie den Namen und das Alter der Mädchen.

Madonna brachte deshalb vor dem High Court in London Klage ein. Der Artikel habe eine „erhebliche persönliche Notlage“ hervorgerufen“, so ihre Anwältin Jenny Afia. Vor Gericht erklärte sie: „MailOnline hat ihn verföfentlicht, als – wie der Journalist wissen hätte müssen – Madonna nicht die Möglichkeit hatte, die Mädchen vor Schaden zu bewahren.“

Der Artikel hätte Einfluss auf den Adoptionsprozess nehmen können, was sowohl negative Auswirkungen auf das Leben der Mädchen als auch für Madonna und ihre Familie gehabt hätte, so die Anwältin weiter. Auch wären die Mädchen persönlich gefährdet gewesen – schließlich weiß man auch in Malawi, wie reich Madonna ist.

Entschädigung kommt einem neuen Kinderspital in Malawi zugute

Schließlich einigte sich Madonna mit dem Verlag außergerichtlich. Der Verlag zahlt die gesamten Prozesskosten und eine Entschädigung in nicht genannter Höhe. Die Summe will der Popstar dem Merci James Institute für Kinderchirurgie und Intensivpflege spenden. Die Klinik in Malawi ist nach ihrer adoptierten Tochter benannt und wurde Anfang Juli eröffnet. „Sie freut sich, dass es an der Situation zumindest etwas Gutes gibt“, so Afia.