Niederländische Künstlerin, die ihre Freundin 25 Mal heiraten wollte, ist gestorben

Julian P. Boom und ihre Frau wollten überall heiraten, wo die Ehe geöffnet wurde - nun starb sie an Krebs

Julian Boom und Fleur Pierets
Facebook

Es hätte ein Zeichen für die Liebe werden sollen: Die niederländische Künstlerin Julian P. Boom wollte ihre Partnerin, die Belgierin Fleur Pierets, in allen Ländern heiraten, die die Ehe geöffnet hatten. Gestern ist sie an den Folgen ihrer Krebserkrankung gestorben.

Das hat ihre Ehefrau auf Facebook bekanntgegeben. Dort findet sich auf dem Profil von Pierets der schlichte Text „Julian P. Boom 18.11.1977-22.01.2018“, und ein YouTube-Video mit den schönsten Bildern des Paares.

Das Paar wollte überall heiraten, wo die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet ist

Nachdem die beiden Künstlerinnen im September in New York geheiratet hatten, beschlossen sie, die Heirat als Performance in allen 25 Staaten, in denen die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet wurde, zu wiederholen. Diesen Weg wollten sie dokumentieren, dazu planten sie auch eine Ausstellung und ein Buch. Dafür verkauften sie ihren gesamten Besitz.

Die 40-jährige Boom und ihre vier Jahre ältere Frau begannen mit einer symbolischen Zeremonie in Amsterdam, es folgte eine zweite in Antwerpen. Doch bei ihrer vierten Hochzeit, die am 7. November in Paris stattfand, fühlte sich Boom „schwindlig und ich musste ihr helfen, die Stiegen des Rathauses hinunterzugehen“, erinnerte sich Pierets vor einigen Wochen in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AFP.

Nun möchte die Witwe das Projekt im Gedenken an ihre verstobene Frau fortsetzen

Das Paar beschloss, sich bei Pierets Mutter, die in Frankreich lebt, auszurasten. Dort ging Boom zum Arzt. Die Diagnose: Krebs im Endstadium. Bei Untersuchungen wurden Tumore im Kopf und um das Herz gefunden. Nun hat sie den Kampf gegen die Krankheit verloren. „Es ging sehr schnell. Sie hat ihr Erinnerungsvermögen vollständig verloren und konnte ihre Glieder nicht mehr bewegen“, so die trauernde Ehefrau.

Pierets versprach ihrer Frau, das Buch nun fertigzustellen. „Es beschäftigt mich und gibt mir eine Aufgebe, nachdem sie gegangen ist. Ich habe mich so darauf gefreut, sie in diesen 25 Ländern zu heiraten. Ich werde sie so sehr vermissen.“