Nach dem Nein zu gleichgeschlechtlichen Trauungen: Das sagt das Kloster

Prior des Klosters von Grevenbroich meldet sich nun auf Facebook zu Wort

Eheringe
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Seit 2007 war das Kloster Langwaden eine beliebte Location für standesamtliche Trauungen im rheinischen Grevenbroich. Doch bald ist damit Schluss: Das Standesamt werde in dem Kloster keine Trauungen mehr durchführen, weil das Kloster die Schließung gleichgeschlechtlicher Ehen nicht gestatte. Nun haben sich die im Kloster lebenden Mönche zu Wort gemeldet.

Man will niemanden diskriminieren, sich aber loyal zu katholischen Vorgaben verhalten

Auf der Facebook-Seite des Klosters betont Bruno Robeck, der Prior des Zisterzienserklosters, dass man niemanden diskriminieren wolle – aber sich loyal zu theologischen Vorgaben verhalte. „Die katholische Theologie sieht Trauungen für gleichgeschlechtliche Paar nicht vor“, so der Vorsteher des Klosters.

Deshalb beendet die Stadt Gravenbroich die Vereinbarung mit dem Kloster, in der ehemaligen Klosterbibliothek standesamtliche Trauungen durchzuführen, mit Jahresende. Die Stadtverwaltung begründete ihre Entscheidung damit, dass sie als staatliche Verwaltung alle gleich behandeln wolle.

Das Kloster kann die Entscheidung der Stadt, keine Trauungen mehr durchzuführen, verstehen

Im Kloster könne man die „Entscheidung der Stadt Grevenbroich, das Kloster nicht mehr als Ort für standesamtliche Trauungen anzubieten“, verstehen und nachvollziehen. „Wir bitten jedoch um Verständnis für unsere Entscheidung, mit der wir niemanden verletzen oder diskriminieren möchten“, so Prior Robeck.

Man stehe „loyal zur gegenwärtigen theologischen Sachlage und beobachten interessiert weiterführende Fragen und Entwicklungen in unserer Kirche“, so die Stellungnahme weiter. Der Vorsitzende des Klosters verwehrt sich auch gegen die Polarisierung gegen sein Kloster, die es in Sozialen Medien gebe. Diese „hilft niemanden, sondern schadet nur noch mehr, weil sie auf dem Rücken der Betroffenen ausgetragen wird“, so der Zisterzienser.

Der Prior weist darauf hin, dass sich das Kloster weiter in der Sozialarbeit und „im interreligiösen und interkulturellen Dialog“ engagiere.