Litauen: Brandanschlag auf LGBT-Organisation

Ein Unbekannter versuchte, die Türe zum Büro der Organisation anzuzünden

Brandanschlag in Vilnius
LGL

In der Nacht auf heute hat es einen Brandanschlag auf die litauische LGBT-Organisation „Lithuania Gay League“ (LGL) gegeben. Dabei wurde niemand verletzt, der Täter konnte unerkannt entkommen. Die Polizei geht zur Stunde von „normalem“ Vandalismus aus.

In der Nacht zündete ein Unbekannter einfach die Eingangstüre an

Ein Unbekannter hatte die Eingangstüre zum Vereinszentrum im Zentrum von Vilnius in Brand gesteckt. Ein zufällig vorbeifahrender Taxifahrer bemerkte gegen vier Uhr früh das Feuer: Er löschte mit seinem Auto-Feuerlöscher die Flammen, noch bevor Feuerwehr und Polizei am Tatort eingetroffen waren.

Dabei wurden die Eingangstüre und die Jalousien schwer beschädigt. „Wir hoffen, dass die Polizei erkennt, dass es sich hier offensichtlich um ein Hassverbrechen handelt“, sagte LGL-Pressesprecherin Eglė Kuktoraitė dem News-Portal GayStarNews.

Die Polizei geht von Vandalismus aus – und weiß nicht, was ein Hassverbrechen ist

Doch in einer ersten Stellungnahme erklärte ein Polizeisprecher, dass die Behörden von einem Vandalenakt ausgehen. Das ist in Litauen eine übliche Einordnung für Hassverbrechen, wie LGBT-Aktivisten bestätigen. Auf Nachfrage bestätigte der Sprecher sogar, dass er mit dem Begriff „Hassverbrechen“ nichts anfangen könne.

Doch dass der Anschlag ein zufälliger Vandalenakt gewesen ist, glaubt bei LGL keiner: „Wir haben Regenbogenflaggen in unseren Fenstern. In der Nähe von unserem Büro gibt es einen Regenbogen-Zebrastreifen. Das war kein Zufall“, betont Kuktoraitė – und ist sich sicher: „Das ist aus Hass geschehen.“

Die Aktivisten lassen sich durch den Anschlag nicht einschüchtern

Die Aktivisten bleiben unterdessen kämpferisch. Auf Facebook schreibt die LGL, dass sie „stolz und stark“ bleiben werde. „Wir möchten nicht, dass diejenigen, die uns hassen, glauben, dass sie uns aufhalten können“, betont auch Kuktoraitė.

LGL-Geschäftsführer Vladimir Simonko ergänzt: „Dieser Vorfall zeigt klar, dass Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtszugehörigkeit in Litauen ein wichtiges Thema bleiben. Es ist enttäuschend zu sehen, dass  im Jahr 2018 solche schrecklichen Verbrechen im Herzen unserer wunderschönen Hauptstadt Vilnius noch immer geschehen“, so Simonko.