Japanischer Abgeordneter polarisiert durch homophobe Aussagen

Kritik an der freiwilligen Verpartnerung gleichgeschlechtlicher Paare durch Städte und Bezirke

Symbolbild: Japan
Adobe Stock

Mit einem Kommentar über die Angehörige sexueller Minderheiten sorgt ein japanischer Abgeordneter für Empörung. So kritisierte der 73-jährige Katsuei Hirasawa, der seit Jahren für die regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) im Repräsentantenhaus sitzt, unter anderem, dass einige Bezirke in Tokio oder Städte im Rest Japans die Ehen gleichgeschlechtlicher Paare anerkennen würden.

Hirasawa kritisiert „Ehe-Öffnung“ durch einzelne Bezirke und Gemeinden

Konkret kritisierte er vor einer Menschenmenge in der Präfektur Yamanashi den Bezirk Shibuya in der Hauptstadt Tokio. Dort können gleichgeschlechtliche Paare ihre Beziehung seit Oktober 2015 registrieren. Rechtlich bindend sind diese Zertifikate nicht. Sie sollen allerdings beispielsweise Spitäler und Vermieter ermutigen, homosexuellen Paaren die gleiche Behandlung wie verheirateten Paaren zukommen zu lassen.

Hirasawa sagte, er verstehe nicht, wieso diese und andere lokale Regierungen gleichgeschlechtliche Ehen erlaubten. Schließlich erkenne sie der Staat sie nicht an. Weiters sagte der Abgeordnete, dass Kritik an der LGBT-Community Probleme verursache – wenn jedoch „alle so sind wie sie“, würde Japan kollabieren.

Außerdem bemängelte er die niedrige Geburtenrate in Japan – wofür er allerdings nicht die LGBT-Community beschuldigte, sondern primär die mangelnde Betreuung der Kinder und Unterstützung von Frauen sowie die Tatsache, dass Kindererziehung in Japan oft reine Frauensache ist.

Scharfe Kritik für seine Aussagen über sexuelle Minderheiten

Während Hirasawa für den letzten Punkt viel Zustimmung erhielt, erntete er für seine Positionen gegenüber sexuellen Minderheiten Kritik. So werfen einige Kommentatoren in sozialen Netzwerken dem 73-Jährigen vor, dass er in Angehörigen sexueller Minderheiten minderwertige Menschen sehe. Einige vergleichen ihn sogar mit der Abgeordneten Mio Sugita.

Sugita sorgte im Oktober in Japan für Aufregung, als sie Rechte für sexuelle Minderheiten als Steuerverschwendung bezeichnete und meinte, gleichgeschlechtliche Paare seinen unproduktiv. Ihre Aussagen sorgten für Protesten, zu denen teilweise mehrere zehntausend Menschen kamen.