Betrunkener beleidigt und attackiert schwules Paar – und dann die Polizei

Den Beamten gegenüber machte er dann noch "volksverhetzende Aussagen"

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

In Berlin wird derzeit gegen einen 34-Jährigen wegen Beleidigungen, Volksverhetzung und versuchten Körperverletzungen ermittelt. Der Mann ist tatverdächtig, am Freitag gegen 23.00 Uhr betrunken an der S-Bahn-Station Wollankstraße zunächst ein Männerpaar schwulenfeindlich beleidigt und mit einer Flasche attackiert zu haben und anschließend auf die alarmierten Polizisten losgegangen zu sein.

Der 34-Jährige ging mit einer Flasche auf das Paar los, beleidigte die Männer und wollte sie treten

Nach Angaben des Paares hatte der 34-Jährige außerdem versucht, die beiden Männer zu treten. Sie alarmierten die Polizei, doch davon ließ sich der Betrunkene nicht beeindrucken. Dem Polizeibericht zufolge verhielt er sich aggressiv und weigerte sich zunächst, seine Personalien zu nennen oder sich auszuweisen. Während die Beamten den Mann befragen, gab er außerdem mehrmals „volksverhetzende Aussagen“ von sich.

Da er sich weiterhin aggressiv verhielt, legten ihm die Beamten Handschellen an und brachten ihn in Polizeigewahrsam. Dort wurde er erkennungsdienstlich behandelt und ihm wurde Blut abgenommen. Er selbst gab an, neben Alkohol noch Betäubungsmittel zu sich genommen zu haben. Da er sich auch bei der Polizei aggressiv verhielt und weiter drohte, blieb er bis zum nächsten Morgen in Polizeigewahrsam.

Die Nacht verbrachte der Mann daraufhin auf der Polizeiwache

Die Ermittlungen gegen den 34-Jährigen dauern noch an. In Berlin veröffentlicht die Polizei anders als die meisten anderen Städte im deutschsprachigen Raum gezielt Pressemeldungen über Angriffe an Angehörigen sexueller Minderheiten. Dadurch erscheint der Anteil an solchen Taten im Vergleich zu anderen Städten hoch.

Wer Opfer von Hasskriminalität wird, kann auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Außerdem gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30/4664-979 444 erreichbar. Durch die eigenen Ansprechpersonen soll Homo- und Transsexuellen, die der Polizei oft kritisch gegenüberstehen, das Anzeigen von LGBTI-feindlichen Taten leichter gemacht werden.