„Will & Grace“: Jetzt wurde in den USA die allerletzte Folge ausgestrahlt

Nach 246 Folgen ist nun endgültig Schluß

Will & Grace
ORF/NBC Universal

Nun ist eine Ära endgültig zu Ende: Am Donnerstag strahlte das US-Network NBC die allerletzte Folge von „Will & Grace“ aus – 22 Jahre und 246 Folgen nach dem Start. Die Kult-Serie rund um den schwulen Anwalt Will (Eric McCormack), seine Mitbewohnerin, die Innenarchitektin Grace (Debra Messing), und ihre Freunde Karen Walker (Magan Mullally) und Jack McFarland (Sean Hayes) gilt als Meilenstein in der Darstellung sexueller Minderheiten im US-Mainstream-Fernsehen.

In den letzten 22 Jahren wurde die Serie für mehr als 230 Preise nominiert

Die Serie war 1998 gestartet und entwickelte sich schnell zu einem Überraschungserfolg: Sie wurden für mehr als 230 Preise nominiert, darunter 83 Emmy Awards und 27 Golden Globes. Sie haben im Laufe der Jahre unter anderem 16 Emmys gewonnen. Hayes und Mullally halten mit je drei Screen Actors Guild Awards zudem den Rekord für die am öftesten prämierten Schauspieler. Nach acht Staffeln und teilweise bis zu 20 Millionen Zuschauern stellte NBC „Will & Grace“ im Jahr 2006 ein.

Doch der Kult lebte weiter. Im Zuge des letzten Wahlkampfs für die US-Präsidentschaft trafen sich die Hauptdarsteller wieder, um in einem knapp zehn Minuten dauernden Video für Hillary Clinton zu werben. Das Echo auf dieses Video war so überwältigend, dass NBC ankündigte, neue Folgen von „Will & Grace“ zu produzieren – zwei Monate, nachdem Donald Trump ins Amt gewählt wurde.

„Will & Grace“ wurde politischer, startete großartig, konnte die Erwartungen aber nicht erfüllen

Und die Serie blieb politisch, teilweise sogar noch stärker als in den alten Staffeln, wirkte aber auf der anderen Seite auch etwas aus der Zeit gefallen. Beim Start am 28. September 2017 auf dem Stammsender NBC waren noch über 10 Millionen US-Zuseher mit dabei. Doch trotz einer treuen Fangemeinde hielten die Quotenerfolge nicht an. In der letzten Staffel sahen teilweise weniger als zwei Millionen Menschen zu.

Die Erfolge, die „Will & Grace“ für die Akzeptanz sexueller Minderheiten erreicht haben, bleiben aber. Bei der Premiere der Serie im Jahr 1998 waren Will und sein divenhafter Freund Jack für viele Zuschauer, vor allem außerhalb der Städte, die einzigen Schwulen, die sie kannten – und auch mochten. „Das war sehr früh“, erinnerte sich Megan Mullhally.

Ohne „Will & Grace“ wäre die Ehe in den USA vielleicht nicht so schnell geöffnet worden

Was für einen Einfluss die Serie auf die Wahrnehmung sexueller Minderheiten in der Öffentlichkeit hatte, zeigt eine Äußerung des damaligen US-Vizepräsidenten Joe Biden aus dem Jahr 2012. „Ich denke, dass ‚Will & Grace‘ möglicherweise mehr getan hat, um die Öffentlichkeit zu bilden, als irgend jemand sonst“, sagte der Spitzenpolitiker, als er sich zum ersten Mal für die Öffnung der Ehe aussprach.

Damit ist nun endgültig Schluss – ein zweites Comeback werde es nich geben, so die Serienschöpfer David Kohan und Max Mutchnick gegenüber dem Branchenmagazin Deadline. „Wir kommen nicht zurück“, so der offen schwule Mutchnick, auf dessen eigenen Erfahrungen viele Figuren und Handlungsstränge basierten. „Wir haben jetzt alle Geschichten erzählt, die diese Figuren hergeben.“