Villach bekommt drei Regenbogen-Zebrastreifen

"Die Kosten sind gering, die Symbolwirkung groß"

Regenbogen-Zebrastreifen
Stadt Wien/PID

Normalerweise gibt es Regenbogen-Zebrastreifen nur in Großstädten wie Wien, Paris oder London, in denen es auch eine lebhafte Community gibt. Doch nun setzt auch Villach, mit 60.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Kärntens, ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt.

Villach möchte eine Vorreiterrolle übernehmen, wenn es um Toleranz geht

Ein gemeinsamer Antrag der SPÖ, der Grünen und der Liste ERDE zu diesem Thema wurde letzte Woche mehrheitlich beschlossen. „Die Stadt Villach würde damit als einer der Errichtungsorte, eine Vorbildfunktion, für die restlichen Bezirke in Kärnten, übernehmen“, heißt es im gemeinsamen Antrag.

Gegen die Regenbogen-Zebrastreifen haben FPÖ, ÖVP und die Bürgerliste Villach (BLV) gestimmt. „Verkehrszeichen sollten nicht für andere Dinge genutzt werden, sie dienen der Sicherheit der Menschen“, begründen ÖVP und FPÖ ihre Ablehnung, seitens der BLV gab es dazu keine Stellungnahme.

FPÖ und ÖVP waren im Gemeinderat gegen das Zeichen der Toleranz

Der Villacher Verkehrsreferent Harald Sobe von der SPÖ entgegnet den Gegnern des Regenbogen-Zebrastreifens, „dass die Zebrastreifen sogar mehr ins Auge stechen als die klassischen und die Sicherheit erhöhen können.“

Im Stadtgebiet sind nun drei Regenbogen-Zebrastreifen geplant. Den ersten soll es in der Gerbergasse geben, in der Nähe des Jugendzentrums. „Die Kosten sind gering, die Symbolwirkung groß“, sagt Sobe der Kleinen Zeitung. Diese Umsetzung werde wegen der Corona-Krise noch etwas dauern, sei aber noch für dieses Jahr geplant.

Nicht der Zebrastreifen wird eingefärbt, sondern die Flächen dazwischen

Wie in Wien werden dabei nicht die weißen Streifen eingefärbt, sondern die Asphaltflächen dazwischen – das ist die einzige Möglichkeit, Regenbogen-Zebrastreifen in Österreich gemäß der Straßenverkehrsordnung umzusetzen. 

Der erste Regenbogen-Zebrastreifen wurde 2012 in West Hollywood vom Künstler Martin Duvander initiiert, ebenfalls anlässlich der dortigen Pride. Im Jahr 2013 folgten Tel Aviv und Sydney. Mittlerweile sind die Regenbogen-Zebrastreifen in unzähligen Städten weltweit verbreitet, etwa in London, Hamburg oder Paris.

Die Regenbogen-Zebrastreifen sind nicht das erste Zeichen für Vielfalt in Villach: Vor dem Standesamt steht bereits eine Regenbogenbank, und Anfang Mai wurden in der Stadt auch die ersten Ampelpärchen installiert.