Berlin: 22-Jähriger von einem Nachbarn schwulenfeindlich beleidigt und geschlagen

Der Vorfall ereignete sich am frühen Abend in Moabit

Sujetbild: Blaulicht eines Polizeiautos
Sujetbild - Adobe Stock

Erneut hat es in Berlin einen homophoben Zwischenfall gegeben: Im Stadtteil Moabit wurde Montagabend ein 22-Jähriger auf offener Straße zunächst beleidigt und dann mit einer bespuckten Hand geschlagen. 

Wie die Berliner Polizei mitteilt, soll sich der Vorfall gegen 19.15 Uhr an der Kreuzung der Beusselstraße mit der Zwinglistraße abgespielt haben. Der 22-Jährige soll von einem 39-Jährigen, vermutlich ein Nachbar des jungen Mannes, zunächst verfolgt und dann schwulenfeindlich beleidigt worden sein. 

Zuerst beleidigt, dann geschlagen und die Spucke auf dem Opfer abgewischt

Dann soll der mutmaßliche Angreifer dem jungen Mann mit “flacher und bespuckter Hand” – so der Polizeibericht – auf den Rücken geschlagen und anschließend seine Spucke auf dessen Jacke abgewischt haben. 

Nähere Informationen zu den Umständen oder dem Tatverdächtigen sind derzeit nicht bekannt. Wie bei allen mutmaßlichen Hassverbrechen üblich, hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die weiteren Ermittlungen übernommen. 

Die Berliner Polizei hat auch eigene Ansprechpersonen für sexuelle Minderheiten

In Berlin macht die Polizei mögliche Vorfälle mit einem homo- oder transphoben Hintergrund gezielt öffentlich, im Gegensatz zu den meisten anderen Großstädten im deutschen Sprachraum. Dadurch kann der Eindruck entstehen, dass Berlin für sexuelle Minderheiten deutlich gefährlicher ist als andere Gegenden. 

Opfer von Hasskriminalität können auf der Internetwache der Polizei Berlin online eine Anzeige aufgeben. Weiters gibt es bei der Berliner Polizei zwei Ansprechpersonen für LSBTI. Sie sind unter der Telefonnummer +49/(0)30/4664 979 444 erreichbar. 

Zahl der Strafanzeigen wegen LGBTI-feindlicher Hasskriminalität steigt an

Mit den eigenen LSBTI-Ansprechpersonen bei Polizei und Staatsanwaltschaft soll sexuellen Minderheiten, die oft ein eher kritisches Verhältnis zur Polizei haben, das Erstatten einer Anzeige nach einem Übergriff erleichtert werden. Das soll die hohe Dunkelziffer bei diesen Taten langfristig senken. 

Die Strafanzeigen wegen LGBTI-feindlicher Hasskriminalität steigen in Berlin stetig an: So hat die Polizei im Jahr 2016 noch 153 Anzeigen aufgenommen, letztes Jahr waren es bereits 331 – mehr als doppelt so viel. Das liegt aber auch daran, dass in Berlin die Statistik in diesem Punkt sehr sorgfältig geführt wird.