Neue Richtlinie öffnet US-Streitkräfte wieder für trans Personen

Ab 30. April können trans Personen in den Vereinigten Staaten wieder als Soldat:innen dienen

Sujetbild: US-Army
Sujetbild - Fotolia

Das US-Verteidigungsministerium hat am Mittwoch, dem Transgender Day of Visibility, neue Richtlinien vorgestellt, welche die unter Präsident Donald Trump eingeführten Beschränkungen für trans Personen im Militärdienst aufheben. Das haben Beamte des Ministeriums am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP bestätigt.

Biden kündigte die neuen Richtlinien gleich nach seinem Amtsantritt an

Bereits kurz nach seinem Amtsantritt hatte der amtierende US-Präsident Joe Biden die Beschränkungen seines Vorgängers für trans Personen im Militärdienst aufgehoben und das Verteidigungsministerium angewiesen, innerhalb von zwei Monaten neue Richtlinien zu erlassen.

Diese liegen jetzt vor: So sollen es die neuen Richtlinien trans Personen wieder ermöglichen, die Standards zu erfüllen, um zur Armee einrücken zu können und dort offen in ihrem selbst identifizierten Geschlecht zu dienen. Außerdem soll den Betroffenen ein besserer Zugang zu medizinischer Versorgung und Unterstützung bei der Geschlechtsanpassung ermöglicht werden. Die neuen Richtlinien sollen offiziell am 30. April in Kraft treten.

Entlassungen von trans Personen sollen geprüft Weden

Außerdem hat Verteidigungsminister Lloyd Austin angeordnet, alle Fälle zu überprüfen, in denen Militärangehörige wegen ihrer Geschlechtsidentität aus dem Dienst entlassen worden sind. In einer internen Mitteilung an alle seine Mitarbeiter:innen erklärte Austin, dass die USA „große Fortschritte“ gemacht hätten, die Herausforderungen der trans Community anzuerkennen.

Der Leidensweg vieler trans Menschen zeige, dass noch mehr getan werde müsse, damit alle Menschen mit Würde und Respekt behandelt würden, „egal wie sie sich identifizieren“. Die Stärke der US-Streitkräfte liege auch daran, „weil wir auf das beste Talent zugreifen können, das Amerika anzubieten hat, unabhängig von der Geschlechtsidentität“.

Trans Militärangehörige: Unter Obama erlaubt, unter Trump verboten

Trans Militärangehörige haben in den US-Streitkräften eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Bis vor fünf Jahren konnten sie wegen ihrer Geschlechtsidentität aus dem Militärdienst entlassen werden. Unter Präsident Barack Obama konnten sie ab 2016 in der Armee bleiben. Ab 2017 sollten sie auch rekrutiert werden können – doch dieser Plan wurde von Obamas Nachfolger Donald Trump gestoppt.

Auch gegen den Widerstand hochrangiger Militärs setzte Trump durch, dass Menschen nur mehr mit ihrem „Geburtsgeschlecht“ bei den US-Streitkräften dienen dürften – trans Personen also praktisch nicht zur Armee durften. Nach einigen Klagen von Betroffenen und Bürgerrechtsverbänden wurde Trumps Regelung dahingehend entschärft, dass zumindest Personen, die vor April 2019 eine Hormonbehandlung hatten, in den Streitkräften bleiben durften.