Mittwoch, 17. April 2024
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Gestohlene Regenbogenflagge in Hohenems wieder zurückgegeben

Der Täter betont, keine "homophobe Grundhaltung" zu haben

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Ende März haben in Hohenems Bürgermeister Dieter Egger von der FPÖ und seine Grüne Stellvertreterin Patricia Tschallener auf dem Schloßplatz eine Regenbogenfahne gehisst – als Zeichen der Solidarität nach der Entscheidung des Vatikans, gleichgeschlechtliche Paare nicht zu segnen. Doch wenige Tage später war die Flagge verschwunden – ein Unbekannter hatte sie gestohlen. Doch nun hat diese Geschichte ein Happy End. Wie der ORF Vorarlberg berichtet, wurde die Fahne am Donnerstag im Rathaus Hohenems abgegeben – inklusive eines Entschuldigungsbriefes. 

Offenbar überzeugten die Eltern den Täter zur Rückgabe

Dort heißt es unter anderem: „Meine Eltern konnten mich überzeugen, dass man auf eine aktionistische Politik nicht mit demselben primitiven Aktionismus antworten darf.“ Der unbekannte Täter betonte außerdem, dass das Herunterschneiden „nichts mit einer homophoben Grundhaltung zu tun hat, sondern zum Nachdenken anregen sollte, ob es nicht sachlichere Wege gibt, solche sensiblen Themenstellungen zu diskutieren“.

Immerhin sei es kein Geheimnis, dass viele Menschen über viele Jahrzehnte hinweg durch homosexuellen Missbrauch in der Kirche „schwerst traumatisiert wurden“, so der Unbekannte weiter, der „für den entstandenen Ärger um Verzeihung“ bat. Als Schadensgutmachung für die zerschnittene Schnur waren außerdem 20 Euro beigelegt.

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Nun hängt die Regenbogenfahne wieder auf dem Schlossplatz

Auf Sozialen Netzwerken nannte Egger die Rückgabe der Regenbogenflagge eine Geste, die Respekt verdiene. Nähere Informationen über den Täter gab das Rathaus nicht bekannt – nur, dass es sich nicht um eine Person aus Hohenems handelte. Nun hängt die Regenbogenflagge wieder stolz auf dem Schlossplatz in Hohenems.

Auch mehrere kirchliche Einrichtungen in Vorarlberg haben als Zeichen der Solidarität mit der LGBTI-Community die Regenbogenflagge gehisst – was auch zu Gegenreaktionen folgte: Auf dem Diözesanhaus in Feldkirch und vor der Pfarre Hard wurden die Fahnen angezündet, in Altenstadt wurde sie ebenfalls gestohlen, dabei wurde die Aufhängung des Fahnenmastes beschädigt. Hier gibt es von den mutmaßlichen Tätern allerdings keine Spur.

Allerdings gibt es mittlerweile in Vorarlberg nach wie vor eine rege Nachfrage nach den Regenbogenflaggen, wie Michael Andreas Egger vom LGBTI-Verein Go West dem ORF Vorarlberg bestätigt: „Mit der Post haben wir um die 150 Fahnen verschickt, an jede Kirche in ganz Vorarlberg. Zudem haben wir vergangenes Wochenende noch 200 Fahnen an die Bevölkerung verteilt“, so Egger.

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