Montag, 24. Juni 2024
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Vorarlberg: Regenbogenflagge vor Kirche in Brand gesteckt

Nicht jedem gefällt, dass sich viele Gemeinden klar mit der LGBTI-Community solidarisieren

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Seitdem die Glaubenskongregation der römisch-katholischen Kirche letzte Woche klar gemacht hat, dass Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren der Lehre der Kirche widersprechen würden, gibt es auch von kirchlicher Seite jede Menge Widerstand. Etliche Kirchen haben zum Beispiel gut sichtbar Regenbogenflaggen als Zeichen der Solidarität mit der Community gehisst – doch das gefällt offenbar nicht jedem.

Die Regenbogenflagge vor der Kirche in Hard wurde komplett zerstört

Denn wie die Grüne Landtagsabgeordnete Eva Hammerer auf Facebook öffentlich gemacht hat, wurden die Regenbogenflagge vor der Kirche ihrer Heimatgemeinde Hard in der Nacht auf Dienstag angezündet und komplett zerstört. Sie vermutet, dass hier auch ein Brandbeschleuniger im Spiel war.

Auf dem Kirchplatz in Feldkirch Altenstadt wurde die Fahne nach Informationen des ORF Vorarlberg bereits in der Nacht auf Sonntag gestohlen, dabei wurde auch die Aufhängung beschädigt. Der Pfarre zufolge wurde bereits eine neue Fahne bestellt.

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Grüne: „Gewalt gegenüber LGBTI noch immer ein Problem“

„Diese Randale zeigen vor allem eines: Gewalt gegenüber der LGBTIQ+-Community ist leider noch immer ein Problem in unsere Gesellschaft, das wir entschlossen weiter bekämpfen müssen. Es gibt viel zu tun!“, so Sandra Schoch, Vizebürgermeisterin von Bregenz und bei den Vorarlberger Grünen für Gleichstellung zuständig. 

„Während die einen mit Worten zündeln, zünden andere die Regenbogenfahne wirklich an. Dieser Hass – in welcher Form auch immer – hat keinen Platz in unserer Gesellschaft“, so Schoch weiter. Sie will jetzt auch in der Landeshauptstadt ein deutliches Zeichen setzen und fordert auch andere Gemeinden in Vorarlberg auf, „Farbe zu bekennen“, wie sie in einer Aussendung schreibt.

Bereits zuvor hatte der Vorarlberger Bischof Benno Elbs die Absage des Vatikans an die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare kritisiert. „Die Katholische Kirche in Vorarlberg und ich stehen für eine Kirche, in der alle Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung einen Platz haben“, so der Bischof bereits in der letzten Woche. Er halte eine Neupositionierung der Kirche zu dem gesamten Thema für notwendig, so Elbs weiter. „Kirche ist Heimat für alle Menschen. Niemandem von uns steht es zu, über die Lebensform anderer zu urteilen“