Pride in Bregenz: 16-Jähriger schießt mit Schreckschusspistole

300 Teilnehmer:innen bei Pride in Vorarlberg - und eine brenzlige Situation

Regenbogenflagge
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Auch Vorarlberg feiert Pride: Als Höhepunkt einer Woche mit vielen Veranstaltungen hat am Samstag in der Landeshauptstadt Bregenz eine Pride stattgefunden. Am Rand der Veranstaltung gab es einen Zwischenfall mit einer Schreckschusswaffe, meldet der ORF Vorarlberg.

Auch in Vorarlberg solidarisieren sich immer mehr Menschen mit der Community

Die Solidarität der Vorarlberger:innen mit der LGBTI-Community hat in den letzten Wochen viele Schlagzeilen gemacht: So wurden etwa nach dem Segnungsverbot des Vatikan für gleichgeschlechtliche Paare in Städten wie Hohenems oder Bregenz und bei zahlreichen Kirchen des Landes als Zeichen der Solidarität Regenbogenfahnen gehisst.

Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten: So wurde die Regenbogenflagge auf dem Kirchturm der Pfarre St. Gebhard in Bregenz von Unbekannten angezündet. Auch vor der Kirche in Hard oder auf dem Diözesanhaus in Feldkirch wurden die Regenbogenflaggen angezündet. Auf dem Kirchplatz in Feldkirch Altenstadt wurde die Fahne von Unbekannten gestohlen, auch am Schlossplatz von Hohenems verschwand die Fahne – wobei sie hier vom Täter wieder retourniert wurde.

Von diesen negativen Vorfällen will sich die Community im Ländle aber nicht aufhalten lassen. Und so waren am Samstagnachmittag rund 300 Menschen bei einer Kundgebung am Bregenzer Kornmarktplatz. Dass Regenbogenfahnen zerstört und gestohlen werden, zeigt Jana König von der „Aktion Kritische Schüler_innen Vorarlberg“, dass Akzeptanz für die Community noch nicht so weit sei wie sie sollte. Die Reaktion auf die gestohlenen und verbrannten Fahnen macht König aber wiederum stolz. 

16-Jähriger schießt in der Nähe der Pride mit einer Schreckschusspistole

Wie erst heute bekannt wurde, gab es am Rand der Veranstaltung einen kritischen Zwischenfall: So hat ein 16-Jähriger während der Pride-Kundgebung mehrere Schüsse aus einer Schreckschusspistole in die Luft abgegeben. Zeugen meldeten der Polizei, dass am Rand der Parade ein Mann mit einer Schusswaffe gesehen wurde und mehrere Schüsse gefallen seien. Sofort eilen mehrere Streifen der Polizei an den Vorfallsort.

Mit Hilfe einer Personenbeschreibung konnte der junge Mann schnell ausfindig gemacht werden. Der türkische Staatsbürger zeigte sich zunächst unkooperativ und stritt ab, die Schüsse abgegeben zu haben. Bei der Einvernahme gab er dann aber zu, dass er die Schreckschusswaffe abgefeuert hatte.

Über das Motiv des 16-Jährigen ist nichts bekannt. Einen extremistischen Hintergrund schließt die Landespolizeidirektion nach Recherchen des ORF aus. Gegen den Burschen wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen. Er wird wegen Ordnungsstörung sowie Übertretung nach dem Waffengesetz und dem Versammlungsgesetz bei der BH Bregenz angezeigt.