Lewis Hamilton siegt in Katar mit Regenbogenhelm

Mercedes-Fahrer möchte die LGBTI-Community auf der Arabischen Halbinsel unterstützen

Lewis Hamilton mit Regenbogenhelm
Mercedes AMG Petronas F1-Team/Twitter

Der Brite Lewis Hamilton hat am Sonntag das erste Formel-1-Rennen in Katar gewonnen – und dabei eine deutliche politische Botschaft gesetzt: Denn während des Rennens trug er demonstrativ einen Regenbogenhelm. Ein Zeichen der Solidarität mit der LGBTI-Community, deren Angehörige in dem Wüstenstaat noch immer die Todesstrafe droht.

Auch in Saudi-Arabien und Abu Dhabi möchte Hamilton den Regenbogenhelm tragen

Nach seinem zweiten Erfolg hintereinander liegt Hamilton zwei Rennen vor Schluss nur mehr acht Punkte hinter Red-Bull-Pilot Max Verstappen. Für den 36-Jährigen war es nach der 102. Pole Position auch der 102. Sieg in einem Grand Prix. Dritter wurde überraschend Spaniens Altstar Fernando Alonso im Alpine.

Hamilton hat angekündigt, seinen neuen Regenbogen-Helm bei allen verbleibenden Rennen der Saison zu tragen – und damit auch in zwei Wochen in Saudi-Arabien und beim Finale in Abu Dhabi. Damit möchte der Mercedes-Fahrer die LGBTI-Community auf der Arabischen Halbinsel unterstützen. „Diese Orte müssen genau im Blick behalten werden. Gleichberechtigung ist ein ernstes Thema“, so Hamilton. 

Mit seiner Aktion möchte er Druck erzeugen, der Veränderungen bewirken kann

Direkte Kritik am Gastgeberland vermied Hamilton aber, so wie auch alle anderen Fahrer – trotzdem war die Botschaft deutlich: „Auf der Rückseite steht: ‚Wir stehen zusammen‘ und ‚Liebe ist Liebe‘. Es ist wichtig für mich, diese Gemeinschaft hier zu vertreten, da ich weiß, dass die Situation für sie hier nicht perfekt ist und darauf aufmerksam gemacht werden muss“, so der Brite am Rande des Rennens. Er hofft, dass man „Druck erzeugen kann, der hoffentlich Veränderungen bewirken kann“.

Unterstützung für seine Aktion bekam Hamilton von seinem Konkurrenten Sebastian Vettel: „Es ist mehr eine Frage für die ganze Formel 1 und nicht nur für mich als Einzelnen“, so der Deutsche. Der Ex-Weltmeister Sebastian Vettel hatte im November 2020 in Istanbul einen ähnlichen Helm getragen, der mittlerweile für 225 000 Euro versteigert wurde. Auch Hamilton hatte damals das ungarische Gesetz gegen „LGBT-Propaganda“ als „inakzeptabel, feige und irreführend“ kritisiert.

Katar steht international in der Kritik

Katar steht seit Jahren wegen der Missachtung von Menschenrechten der Ausbeutung von Arbeitsmigranten oder der Unterdrückung der freien Meinung in der Kritik. Mit der Austragung internationaler Großveranstaltungen wie dem Formel-1-Rennen oder der Fußball-WM im nächsten Jahr gelangt das Land aber auch immer stärker in den öffentlichen Fokus – und das nicht immer so, wie es die Machthaber gerne hätten.

So hat der deutsche Lesben- und Schwulenverband (LSVD) letzte Woche einen Boykott der Fußball-WM in Katar gefordert. Denn Homosexualität ist in Katar verboten, wer öffentlich macht, schwul oder lesbisch zu sein, kann in dem Emirat mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft werden. Homosexuellen Muslimen droht nach der Scharia sogar die Todesstrafe.