Trans Aktivist Max Appenroth ist der neue Mister Gay Germany

Ein deutliches Zeichen für die Vielfalt der Community

Max Appenroth
Mr. Gay Germany

In Köln wurde am Samstag ein neuer Mister Gay Germany gekürt. Dabei konnte sich der trans Aktivist und Diversity-Berater Max Appenroth gegen sechs Mitbewerber durchsetzen. Eine Premiere: Denn der 35-Jährige ist der erste trans Mann, der diesen Wettbewerb gewonnen hat.  Für den gebürtigen Kölner war die Wahl auf dem queeren Christkindlmarkt „Heavenly Cologne“ fast ein Heimspiel. 

Appenroth promoviert derzeit am Institut für Public Health der Berliner Charité über den Zugang zur medizinischen Versorgung von trans Menschen. Vor der Wahl hatte er in einem Interview mit queer.de gesagt, dass seine Teilnahme zeigen solle,  “dass die schwule Community nicht nur aus cis Männern besteht. Männlichkeit ist vielfältig, trans Personen waren schon immer Teil der schwulen Community, und das sollte einfach auch mehr Sichtbarkeit bekommen.”

Die Wahl Appenroths hat ungeheure Symbolkraft

Nun wird der 35-Jährige auch ein Jahr lang die Community repräsentieren und auch für queere Sichtbarkeit in den Medien sorgen sowie beim internationalen Wettbewerb antreten. „Dies ist ein Riesenschritt für mich und meine Community für mehr Sichtbarkeit“, freut er sich über den Titel – und die damit verbundene Symbolkraft. Denn oft höre er noch von cis Schwulen, dass für trans Männer kein Platz in der schwulen Community sei, weil sie keine echten Männer seien. 

Auch deshalb ist die Wahl von Max Appenroth ein deutliches Zeichen – unter anderem für andere trans Menschen. „Ich glaube, es gibt kaum Menschen, die aufgrund gesellschaftlicher Einflüsse, so selbstkritisch sind, wie trans Personen. Ich habe so lange gebraucht, um an den Punkt zu kommen zu verstehen, dass ich mein ,männliches‘ Äußeres mögen kann, auch wenn ich nicht ausschließlich ein Mann bin“, zitiert ihn etwa das Blog Männer.