Ein bunter Regenbogen auf der VHS Hietzing

Gegen einen Regenbogen-Zebrastreifen sperrt sich die konservative Bezirksvorstehung

VHS Hietzing Regenbogen
VHS Hietzing

Wer derzeit an der Volkshochschule (VHS) Hietzing in der Hofwiesengasse vorbeifährt, sieht bunt: Der Fassadenkünstler Markus Tripolt hat das Gebäude mit einem flächendeckenden Regenbogen überschüttet. Die Aktion soll im gutbürgerlichen und als konservativ geltenden 13. Wiener Gemeindebezirk positive und negative Reaktionen hervorrufen.

Regenbogen als „Ankündigung des Kommenden“

Dieser Regenbogen erscheint nicht, wenn alles vorbei ist, sondern als „Ankündigung des Kommenden“: Denn ab dem Frühjahr 2022 wird das Gebäude umgebaut. Deshalb rinnen schon jetzt die Farben des Regenbogens über die Fassade. Parallel dazu versucht die VHS Hietzing die ÖVP-dominierte Bezirksvorstehung davon zu überzeugen, vor dem Gebäude einen Regenbogen-Zebrastreifen zu errichten – als auch für Hietzing „notwendiges Signal für Diversität, Offenheit und Toleranz“

„Mit den Farben des Regenbogens wird seit langem menschliche Vielfalt und gesellschaftliche Offenheit visualisiert. Und mit genau diesen Farben wird an der Fassade VHS Hietzing noch vor der Generalsanierung ein deutliches Zeichen für Zusammenhalt und Lebenslust gesetzt“, heißt es im Pressetext zur Aktion.

Die Fassade soll Diskussionen anregen und Menschen zusammen bringen

Der Regenbogen auf der Fassade der Volkshochschule ist bereits die vierte Malaktion von Tripolt im Umfeld der VHS innerhalb von acht Jahren. So wurde unter anderem auch eine Tankstelle künstlerisch umgestaltet. Die gut sichtbaren Kunstwerke sollen die öffentliche Diskussion prägen, hofft VHS-Direktor Robert Streibel. Dadurch sollen Menschen miteinander in Verbindung kommen, sich streiten und auch wieder versöhnen.

Ermöglicht wurde das aktuelle Regenbogen-Projekt durch „Kunst im öffentlichen Raum Wien“ (KÖR). Offiziell eröffnet wurde die Fassadenbemalung am 21. Dezember in Anwesenheit von Kulturstadträtin Veronika Kaup-Hasler, dem Künstler Markus Trpolt und VHS-Direktor Robert Streibel.