Samstag, 13. April 2024
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Niederlande: Neue aggressivere HIV-Variante entdeckt

Deutlich ansteckender und mehr Potenzial für Schäden am Immunsystem

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In einer Langzeitstudie haben Forscher:innen der Universität Oxford in den Niederlanden eine bisher unbekannte und wohl ansteckendere Variante des HI-Virus entdeckt. Diese habe auch das Potenzial, größere Schäden am Immunsystem anzurichten, heißt es in der Studie, die im Fachjournal Science  veröffentlicht wurde. Grund zur Sorge gibt es aber dennoch nicht.

Viruslast bis zu 5,5 mal höher – aber gleich gut behandelbar

Den bisherigen Erkenntnissen zufolge weist die VB-Variante von HIV-1 eine 3,5 bis 5,5 mal höhere Viruslast auf und sei leichter übertragbar. Die gute Nachricht: Die neue Variante ist ähnlich gut behandelbar wie bisher bekannte Varianten. Die VB-Patient:innen hätten nach Beginn der Behandlungen ähnliche Verläufe wie andere Patient:innen.

Deshalb sei es umso wichtiger, dass Menschen mit einem gewissen HIV-Risiko Zugang zu regelmäßigen Tests haben, um frühzeitige Diagnosen und Behandlungen zu ermöglichen: „Das begrenzt die Zeit, in der HIV das Immunsystem schädigen und die Gesundheit gefährden kann“, so Christophe Fraser, einer der beteiligten Forscher aus Oxford.

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Rasante Verbreitung der Variante wird nicht erwartet

Die Gefahr einer schnellen Ausbreitung sehen die Wissenschaftler:innen nicht: Die VB-Variante könnte sich schon während der 1980er und 1990er Jahre in den Niederlanden verbreitet haben. Seit etwa 2010 soll sich den Forscher:innen zufolge die Verbreitung wieder verlangsamt haben. Das liege vor allem an der schnellen und guten Versorgung der Patient:innen in den Niederlanden, so die Forscher:innen

Gefunden wurde die Variante durch ein langfristig angelegtes Monitoring-Projekt namens „Beehive“. Dabei werden Proben aus Europa und Uganda gesammelt und analysiert. Die Forscher:innen wollen dabei wissen, warum Betroffene unterschiedlich auf HI-Viren reagieren. 

Die Variante wurde bei etwa 100 Menschen nachgewiesen

„Bei manchen entwickelt sich nach ein paar Monaten AIDS, andere leben Jahrzehnte ohne die Krankheit“, so Chris Wymant von der Universität Oxford gegenüber science.ORF.at  – „Uns sind dabei einige Betroffene aufgefallen, die eine höhere Viruslast im Blut hatten.“

Da bald klar war, dass das an der Virus-Variante liegen musste, wurde weiter geforscht. Im Zuge dieses Prozesses wurden 17 Fälle der Variante gefunden, davon 15 in den Niederlanden. In den Tests von rund 6.700 weiteren Infizierten aus den Niederlanden fand man 92 weitere Träger der VB-Variante.

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