Vandalen beschmieren neuen Regenbogen-Zebrastreifen in Salzburg

Direktorin der Mittelschule Liefering ist bestürzt - will aber nicht klein beigeben

zerstörter Regenbogen-Zebrastreifen in Salzburg
Conny Felice/HOSI Salzburg

Erst gestern, Donnerstag, haben Schulkinder im Salzburger Stadtteil Liefering zwei Regenbogen-Zebrastreifen bemalt. Doch heute früh haben Vandalen sie bereits beschmiert. Die HOSI Salzburg ist entsetzt – und auch die Salzburger Polizei interessiert sich nun für die unbekannten Täter:innen.

Unbekannte zerstörten den Zebrastreifen der Schulkinder

Mit den bunten Zebrastreifen an der Kreuzung Laufenstraße – Wagingerstraße wollen die Schüler:innen der Mittelschule Liefering auf  Vielfalt aufmerksam machen: „Die machen sichtbar, dass wir unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Interessen und sexuellen Orientierungen sind. Es zeigt, dass wir offen sein sollen als Gesellschaft“, erklärt Angelika Koppenwallner, Direktorin der Schule.

Dass die Regenbogen-Zebrastreifen nach einem Tag zerstört wurden, macht die Schuldirektorin betroffen. „Ich bin bestürzt, dass vor der Haustüre unserer Menschenrechtsschule die Menschen- und Kinderrechte offensichtlich nicht so gelebt werden, wie sich die Kinder und wir alle uns das wünschen“, sagt Koppenwallner dem ORF Salzburg .

Die Direktorin lässt sich von den Vandal:innen nicht unterkriegen

Entmutigen lässt sich die Direktorin durch den Vandalenakt nicht. Für sie ist es ein Aufruf, daran weiterzuarbeiten, „die Menschen – gerade in unserem Umfeld – aufzuklären, auf die Menschenrechte hinzuweisen und Inklusion vorzuleben!“ Denn ein Grund für die Regenbogen-Zebrastreifen war, dass Fahnen oft heruntergerissen würden.

Auch die Grüne Stadträtin Martina Berthold ist empört. „Diese nächtliche Schmieraktion zeigt, es gibt immer noch Menschen gibt die Vielfalt nicht aushalten. Die wollen scheinbar in einer eintönigen Welt leben, aber als Menschenrechtsstadt Salzburg werden wir nicht müde, uns für ein diskriminierungsfreies Zusammenleben in unserer Stadt einzusetzen.“

HOSI Salzburg lädt Kritiker:innen zum Gespräch ein

Auch Conny Felice, Geschäftsführerin der HOSI Salzburg, macht klar, dass ein solcher Vandalenakt nicht klein geredet werden dürfe. „Besonders schade finde ich, dass das ein direkter Angriff gegen ein Symbol ist, das für Freiheit steht“ Sie lädt im Namen der HOSI Salzburg Kritiker:innen zum Dialog ein.

Ihr Ziel haben die Vandal:innen übrigens nicht erreicht. Der städtische Bauhof wird den Regenbogen-Zebrastreifen wiederherstellen. Außer den beiden Zebrastreifen in Liefering gibt es in Salzburg derzeit noch einen beim Schloß Mirabell. Ein weiterer ist in Planung.

Die unbekannten Täter:innen könnten dafür bald Probleme mit der Staatsanwaltschaft bekommen. Da das Beschädigen eines Zebrastreifens strafrechtlich relevant ist, hat die Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstellt. Außerdem bittet die Polizei die Bevölkerung um Hinweise.