Freitag, 19. April 2024
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Schüsse auf Schwules Museum Berlin

Alarm beim Schwulen Museum Berlin: Wie Mitarbeiter:innen festgestellt haben, dürften Ende Februar Schüsse auf das Gebäude im Stadtteil Tiergarten abgefeuert worden sein.

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Wie das Schwule Museum Berlin (SMU) auf seiner Homepage bekanntgegeben hat, dürfte sich der Vorfall in der Nacht zum 24. Februar ereignet haben. Zwei Fensterscheiben, der Leuchtschriftzug beim Eingang und ein Kunstwerk vor der Eingangstür seien durch Schüsse beschädigt worden.

Sechs Schüsse auf die Front des Museums

Insgesamt seien sechs Einschuss-Stellen an der Hausfront in der Lützowstraße festgestellt worden, so das SMU weiter. Die Fensterscheiben zum Eingangsbereich wurden vier Mal getroffen, die Leuchtschrift darüber ein Mal beschädigt. 

Eine Kugel traf  das Kunstwerk „The Unrelenting“ von Elizabeth Sweeney, das sich über der Türe befand. Es handelt sich dabei um einen schwarzen Winkel aus Filz, der anlässlich der aktuellen Ausstellung „Queering the Crip, Cripping the Queer“ angefertigt wurde. 

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Die Polizei sichert Spuren – das Museum geht von einem gezielten Angriff aus

Die Höhe des Schadens steht zur Stunde noch nicht fest. Das SMU hat bei der Berliner Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Exekutive hat den Tatort und Spuren gesichert. Informationen zur Tatwaffe gibt es ebenfalls keine, offenbar wurden bis jetzt keine Projektile am Tatort gefunden.

Der Vorstand des Schwulen Museums Berlin geht davon aus, dass es sich um einen gezielten Angriff gehandelt hat. Anhaltspunkte zu möglichen Tatverdächtigen gibt es nicht. Allerdings gibt es gegen das SMU immer wieder unspezifische Drohungen per Telefon oder online.

Nicht der erste Angriff auf das Schwule Museum Berlin

Es ist nicht der erste Schuss-Anschlag auf das SMU. Bereits 2016 und im April 2020 hat es ähnliche Angriffe gegeben. Im Jahr 2016 beschädigten Metallkugeln das Museum an sechs Stellen. Im April 2020 wurde eine Scheibe durch zwei Einschlaglöcher zerstört.

Das Schwule Museum wurde 1985 gegründet und gilt als eines der größten LGBTI-Museen der Welt. Allein die Sammlung umfasst etwa 1,5 Millionen Archivalien, auf einer Ausstellungsfläche von knapp 700 Metern werden normalerweise bis zu vier Ausstellungen gleichzeitig gezeigt. Es wird vom Land Berlin gefördert und bietet jährlich tausenden Besucher:innen Einblicke in queere Geschichte, Kunst und Aktivismus.

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