Vandalen-Angriff auf Schwules Museum in Berlin

„Um Einbrecher hat es sich wohl nicht gehandelt“

Zerstörtes Fenster im Schwulen Museum
Schwules Museum

Wahrscheinlich am Wochenende haben Unbekannte ein Fenster des Schwulen Museums in Berlin-Tiergarten zerstört: Zwei riesige Einschlaglöcher sind die stummen Zeugen der sinnlosen Tat. Da das Museum in der Lützowstraße wegen der Coronakrise geschlossen ist, wurde die Beschädigung erst am Montag bemerkt. Am Mittwoch informierte das Museum die Öffentlichkeit.

Die Scheibe wurde vermutlich mit einem Stein stark beschädigt

Womit das Fenster beschädigt wurde, ist noch unklar. In der Nähe des Museums wurde keine mögliche Tatwaffe gefunden. Vermutlich nutzte der Unbekannte größere Steine, um das Fenster einer der größten queeren Sammlungen der Welt zu beschädigen. Die Polizei geht von Vandalismus aus.

Solide Informationen zu einem möglichen Motiv gibt es derzeit nicht. Auch hat es keine konkreten Drohungen gegen das Schwule Museum gegeben. Fest steht nur: „Um Einbrecher hat es sich wohl nicht gehandelt“, so Daniel Sander, der Pressesprecher des Museums, gegenüber dem Mannschaft Magazin

Das Museum hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Über den entstandenen Sachschaden gibt es noch keine näheren Informationen.

Vor vier Jahren haben Unbekannte auf das Museum geschossen

Es ist nicht das erste Mal, dass das Schwule Museum Berlin zur Zielscheibe geworden ist. Vor vier Jahren haben Unbekannte auf das Museum geschossen. Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter bemerkte damals vier Einschusslöcher im Fenster neben dem Eingang des Museums. Die Polizei fand dann noch zwei weitere Einschüsse im Fensterrahmen.

Gedenkorte sexueller Minderheiten werden auch in Berlin immer wieder zur Zielscheibe von Hass und Vandalismus. Das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen wird deswegen nun videoüberwacht. Auch die Gedenktafeln am Magnus-Hirschfeld-Ufer, die an die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung erinnern, wurden bereits mehrmals beschädigt.