Sonntag, 21. April 2024
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Warum Kinderbuch-Lesungen von Drag Queens wichtig sind

Die USA und Deutschland. Zwei Länder, die derzeit eine sehr beängstigte Ähnlichkeit haben, wenn es um die Ansichten von Drag-Queens geht.

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In Tennessee gibt es ein neues Gesetz, das Drag-Shows für Personen unter 18 verbieten soll, und in Deutschland wütet die AfD derzeit wild gegen die deutsche Drag-Queen Veuve Noire, weil sie in Schulen geht und dort über Diversity und Inklusion spricht. 

Auch bei uns gibt es Widerstand gegen die Arbeit von Drag-Queens

Aber auch bei uns in Österreich hatten wir vor nicht einmal einem Jahr eine wilde Debatte um eine Dragqueen, die Kindern vorlesen wollte. Mich. Candy Licious. Um ein bisschen aufzufrischen, was rund um die geplante Lesung über mich geschrieben wurde: „Auseinandersetzung mit LGBT-Themen nicht kindergerecht“, „Dragqueens infiltrieren mit linkem Gender-Gedankengut“, und Pädophilie wurde mir auch zugeschrieben.

Und dann kam es ja noch zum Höhepunkt dieser Gegner: Die Mauer vor der Bücherei mit der Aufschrift „#nopridemonth“. Es war eine turbulente Zeit, aber eigentlich hat mir das Ganze gezeigt, dass mir solche Lesungen in Zukunft auch wichtig sind. So habe ich begonnen, an anderen Orten und mit anderen Partner*innen Lesungen für Kinder (Erwachsene sind natürlich immer willkommen) zu planen.

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Warum ist es mir so wichtig, Kindern vorzulesen?

Ich habe mir auch immer wieder die Frage gestellt, warum mir das so wichtig ist, und die Antwort darauf ist: Weil ich es selbst nicht hatte. Im Nachhinein wäre das für mich in meiner Kindheit super gewesen, wenn mir eine Person gesagt hätte, dass es okay ist, als erwachsener Mensch eine Prinzessin zu sein, und dass Kleidung nicht an das biologische Geschlecht gebunden ist. Ich denke, dies hätte mir viele seelische Traumata erspart.

Nun weiß ich zwar nicht, ob die Drag-Queens in den USA, in Deutschland oder in anderen Ländern solche Lesungen auch aus ähnlichen persönlichen Gründen und Erfahrungen machen, aber ich vermute schon. Umso mehr kann ich den Frust der Queens nachvollziehen, wenn sie – wie ich letztes Jahr – mit solch massiven Anfeindungen und Gegenbewegungen umgehen müssen. Ohne meine Freund*innen, den Rückhalt der Organisationen und politischer Unterstützung hätte ich letztes Jahr dem Druck nicht standhalten können.

Ich hoffe, dass wir immer Wege finden, unsere Arbeit machen zu dürfen

Meine Hoffnung liegt daran, dass ich weiterhin meine Lesungen in Wien, aber auch in anderen Bundesländern machen darf, und wir keine Gesetzte wie in einigen US-Bundesstaaten bekommen. Ich hoffe, dass meine Sisters dort dennoch Wege finden, um ihre großartige Arbeit machen zu dürfen. Gegner wird es immer geben, aber wie ich schon in meinem TEDxTalk gesagt habe: Man muss eine zwei Meter große Drag-Queen mit High Heels erst einmal aufhalten können. 

Wann meine nächsten Lesungen sind, kann auf meiner Seite candylicious.pink  nachgelesen werden. Alle Bücher sind ab einem Alter von etwa 4 Jahren geeignet. 

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