Donnerstag, 30. Mai 2024
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Hannover: Schwuler Mann nach Kirchgang beschimpft und geohrfeigt

In der Südstadt von Hannover ist am Sonntag ein 43 Jahre alter Mann schwulenfeindlich beleidigt und geohrfeigt worden. Und auch eine Polizistin konnte den Angreifer nicht beruhigen.

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Den bisherigen Erkenntnissen der Polizei Hannover zufolge ereignete sich der Vorfall am Sonntag gegen 12.15 Uhr, als der 43-Jährige nach dem Gottesdienst eine Kirche in der Sallstraße verließ. Vor dem Gotteshaus wartete schon ein 47-Jähriger auf den Mann.

Kaum war der 43-Jährige aus der Kirche, wurde er schon lautstark beschimpft

Er begann ohne Umschweife, den 43-Jährigen lautstark mit schwulenfeindlichen Parolen und diffamierenden Äußerungen zu dessen sexueller Orientierung zu beleidigen. Da die Sallstraße zu diesem Zeitpunkt stark besucht war, haben viele Menschen die Anfeindungen mitbekommen.

Als der 43-Jährige den Älteren bat, die herabwürdigenden Äußerungen zu unterlassen, ohrfeigte ihn der 47-Jährige. Der Streit eskalierte weiter, es kam zu einer „wechselseitigen Körperverletzung zwischen den beiden Männern“, wie es im Polizeibericht heißt.

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Auch eine Polizeibeamtin konnte den Mann nicht beruhigen

Auch eine hinzugekommene Polizeibeamtin konnte den 47-Jährigen nicht beruhigen – er beleidigte auch sie. Wegen seines „entwürdigenden und aggressiven Verhaltens“ bekam er einen Platzverweis, dem er erst nach mehrmaliger Aufforderung nachkam.

Was den Ärger des 47-Jährigen erregte oder inwiefern sich die beiden Männer kennen, ist aktuell Gegenstand der Ermittlungen. Gegen den Mann wird wegen Volksverhetzung, verhetzender Beleidigung, Beleidigung und Körperverletzung ermittelt.

Die Polizei in Hannover steht Opfern von Hassverbrechen vertrauensvoll zur Seite

Da es sich wegen des schwulenfeindlichen Hintergrunds der Tat um ein Hassverbrechen handeln dürfte, hat der Staatsschutz des Zentralen Kriminaldienstes Hannover die Ermittlungen in dem Fall übernommen.

Und dort nimmt man den Vorfall ernst: „Wir als Polizei Hannover sind in diesen Fällen ansprechbar und sichtbar. Betroffenen von queerfeindlicher Hassgewalt stehen wir vertrauensvoll und beratend zur Seite“, betont Leon Dietrich, Ansprechperson für LGBTIQ bei der Polizeidirektion Hannover.